Grundsatzwirklichkeit

 

GRUNDSATZTHESEN:

Im Folgenden erfahren Sie die Grundvoraussetzungen, die dem hier vertretenen Wirklichkeitsverständnis zugrunde liegen. Sie erheben Anspruch auf intersubjektive Evidenz und sollten als solche vom Leser argumentativ plausibel nachvollzogen werden können

1) Wenn Wirklichkeit als das schlechthin Unhintergehbare alles überhaupt meint, ist mit dem Wort "Wirklichkeit" alles oder auch nichts gesagt, wenn nicht zugleich genau angegeben wird, in welchem Sinn das unbestimmt angezeigte Allumfassende als etwas Bestimmtes unterstellt wird. Unbestimmt Wirkliches hat als ein "Etwas" eine bestimmte Bedeutung , oder es bezeichnet einen sinnwidrigen Ausdruck.

2) Die Bedeutung von Wirklichkeit als "Alles überhaupt" ist konsensfähig, wenn sie all das meinend mitumfaßt, ohne das Wirklichkeit im weitesten Sinn als Bedingung ihrer Möglichkeit überhaupt nicht denkbar ist. Wirklichkeitsbedeutung ist transzendental .Wirklichkeitsanalyse ist transzendentale Bedeutungsanalyse. Gesucht wird das Allgemeinste.

3) Transzendentale Wirklichkeitsbedeutung ist evident im Rückgang auf die Ursprünge, ohne die es in letzter Instanz nichts gäbe. Ursprünge als letzte Gegebenheiten, Unbedingtheiten und Grenzen können nicht abstrakt deduktiv abgegeleitet werden, sondern müssen reflexiv erschlossen werden, wenn sie Wirkliches verständlich machen sollen. Reflexiv erschlossene Ursprünge genügen dem Grundsatz der conditio sine qua non.

4) Die Konsensfähigkeit (transzendentaler) Wirklichkeitsbedeutung bemißt sich am Satz des Widerspruchs: Fehlt in der Bedeutungszuschreibung eine bestimmte Sinnnuance, so daß Konsensfähigkeit gestört ist, verliert der unterstellte Wortsinn von "Wirklichkeit" logischerweise seinen angedachten Bezug. Das Kriterium für wahre Wirklichkeitsbedeutung ist die Vermeidung des Selbstwiderspruchs von Bedeutungsimplikationen.

5) Die Bedeutung von Wirklichkeit überhaupt wird selbstwidersprüchlich, wenn sie a) sich auf nichts mehr bezieht, b) für niemanden mehr etwas bedeutet, c) sinngemäß unverständlich ist, d) als Ausgangspunkt nicht gegenwärtig ist und alles zusammenfassend e) nicht mehr als hintergründige Einheit all jener Momente gedacht werden darf, die für ihr Verständnis einzeln nötig sind. Nur wenn jedes dieser Kriterien erfüllt ist, kann der Selbstwiderspruch als erschöpfend überwunden und die Bedeutung von Wirklichkeit als zureichend bestimmt gelten.

6) Transzendentale Wirklichkeitsbedeutung ist im weitesten Sinn erschöpfend, wenn Wirklichkeit immer a) als etwas b) für etwas c) "in Wirklichkeit" und d) "in Wahrheit" berücksichtigt wird. Die Frage "Wie wirklich ist die Wirklichkeit wirklich", umfasst alles Nötige, um "Wirklichkeit" als Etwas widerspruchsfrei meinen und denken zu können

7) Wirklichkeit ist immer widerspruchsfrei denkbar, wenn sie zugleich als a) Welt (insgesamt alles Etwas), b) Subjekt (insgesamt alles Für-etwas), c) Ereignis (insgesamt alles "in Wirklichkeit", d.h. vorkommend) und d) Intersubjektivität (insgesamt alles "in Wahrheit") als das, was "ist", gedacht wird. Wirklichkeit als das Insgesamt von Welt, Ereignis, Intersubjektivität und Subjektivität, als bestimmtes Etwas identifiziert, ist das, was "ist", d.h.eben das Sein .Wenn wir Wirklichkeit bestimmt denken, wird sie uns zum Sein. Sein ist identifizierbare Wirklichkeit.

8) Sein als identifizierbare Wirklichkeit kann bestimmt beim Namen genannt werden. Gemeint sein können a) die intersubjektiv möglichen Bedeutungen des "Ist" - (Gleichsetzung (Kopula), Existenzbehauptung, Prädikation, Geltungsverifikation und Gattungsbestimmung) - , b) alles bestimmt Identifizierbare überhaupt, c) Sein als Seinsverständnis, d) Sein als Seinsgrenze und e) und Sein als folgerichtige Seinsbestimmung, wenn wir die Einzelbedeutungen (Welt, Ereignis, Intersubjektivität und Subjekt) als Einheit und eigentlichen "Sinn von Sein" den eigenen Namen suchen.

9) Kontinuierlich weiterbestimmtes Sein auf der Suche nach dem "Sinn von Sein" "ist" namentlich Sosein. Real antreffbares Sosein "ist" Seiendes, anwesendes Seiendes "ist" Dasein, umgreifendes Dasein "ist" Transrealität, ursprüngliche Transrealität "ist" Transzendenz, denkbare Transzendenz "ist" Transintelligibilität, undenkbare Transintelligibilität "ist" ein Mysterium und das zu denkende Mysterium endet in der Paradoxie. Unhintergehbare Wirklichkeit mündet gedanklich in letzter rationaler Instanz beim transzendentalen Paradox, wenn sie konsequent in all ihrer vielfältigen Bestimmbarkeit entfaltet wird.

10) Sein als das, was "ist", kann als jeweils bestimmtes Wirkliches analytisch für alle verbindlich im Begriff präzisiert werden, wenn fortlaufend stets genauer angegeben wird, was mit einzelnen Bedeutungen gemeint ist. Begriffe sind als Seinsdefinitionen bedingt oder unbedingt mit Sein vermittelt. Begriffe sagen, was Worte in allen möglichen Sprachen und Übersetzungen einheitlich meinen. Begriffsbedeutungen können fortlaufend weiterinterpretierend ausdifferenziert und in kommentierenden Unterbegriffen erläutert werden.

11) Begriffe sind als "reine Begriffe" Seinsbegriffe , wenn sie Sein bestimmt unterschieden und erschöpfend direkt vermittelt beim Namen nennen. Jeder Seinsbegriff meint in der Wirklichkeit selbst ein besonderes Wirkliches, das seinerseits "in Wirklichkeit" bestimmt werden kann. Auf diese Weise läßt sich in immer präziserer Begriffsbildung auf stets neuen beschreibenden Bedeutungsebenen immer genauer sagen, als was Wirklichkeit unter je bestimmten Voraussetzungen etwas Wirkliches ist. Das ganze ist eine analytische Bedeutungssystematik im Medium des Soseins, denn Seiendes und Dasein - (von Transrealität, Transzendenz usw ganz abgesehen) - können im Begriff nur abstrakt reproduziert, nicht mehr direkt ausgedrückt oder gar adäquat getroffen werden.

12) Seinsbegriffe der Wirklichkeit sind Spiegelbegriffe, weil sich die Grundbedingungen der Möglichkeit von Wirklichkeit überhaupt auf je unterschiedenen Ebenen in der besonderen Namensbedeutung eines jeden Begriffs sinnstiftend reproduzieren. Derart an den Sinnursprung gebunden kann jede Einzelbestimmung auf Wirklichkeit bezogen so unverwechselbar wie eindeutig getroffen, und umgekehrt die ganze Wirklichkeit bestimmt in Begriffsbildern ausdifferenziert und analytisch geordnet werden.

13) Ausdifferenzierte Begriffsbilder von Seinsbegriffen lassen sich analytisch (deduktiv) in einem Gesamtsystem vermittelt zusammenfassen, das in der Funktion einer Begriffsbildlandkarte im weitesten Sinn grundsätzliche Orientierung über den unbedingten Umgang mit Bedeutungsunterstellungen in philosophischen Diskursen vermitteln kann. Die Landkarte ermöglicht den unerläßlichen Grundkonsens vorgängiger Rede überhaupt und bietet Stoff für inhaltlich vergleichende Interpretationen.

14) Die Begriffslandkarte liefert Wirklichkeitsbedeutungen in prinzipiell beliebig großem Maßstab. Der Verkleinerungsprogreß des des größten Landkartenbildes, "Wirklichkeit", durch die Vermehrung von Bedeutungsebenen stößt aber an Grenzen nicht nur der Zweckmäßigkeit, sondern auch der Auflösungsfähigkeit der Objekte. Der prinzipiell vorstellbare unendliche Ausdifferenzierungsregreß findet seine Maßgabe in dem, was "ist".

15) Gelingende Namensplatzierungen auf der Begriffslandkarte vertreten die ganze Wirklichkeit, gesetzt den Fall, ihre besonderen Wirklichkeitsbedeutungen definierten alles Wirkliche. Wenn z.B. die ganze Wirklichkeit nur subjektive Welt wäre, dann wäre sie nichts als Erfahrung, und wenn die ganze Wirklichkeit nichts als Erfahrung wäre, dann gäbe es sie nur als subjektive Welt. Im Gedankenexperiment kann so die semantische Stimmigkeit seinsbegrifflicher Bedeutungsfindungen getestet werden. Begriffsplatzierungen auf der Begriffslandkarte sind Wirklichkeitsdefinitionen , die den klassischen Definitionsprämissen von Genus proximum (hier Wirklichkeit als Oberbegriff) und die Differencia specifica (hier: etwas Wirkliches als Unter- und Unterscheidungsbegriff) genügen.

16) Das seinsbegriffliche Definieren greift auf keinen Terminus zurück, der nicht auf der Begriffsbildkarte bedeutungsmäßig explizierbar und wirklichkeitsbezogen definierbar wäre. Die grundsätzliche Testbarkeit seinsbegrifflicher Definitionen der Wirklichkeit bedeutet dabei keine endgültige Gewißheit. Zu wissen, was mit dem Wort "Wahrheit" unterstellt wird, bedeutet nicht den Besitz der absoluten Wahrheit. Nicht endgültige Verifikation, sondern vorläufige Falsifikation bis zum Beweis des Gegenteils ist das Kriterium für eine gelungene Bedeutungsfindung. Die Begriffsbildlandkarte ist deshalb trotz aller faktischen Endlichkeit von letzten Wirklichkeitsbedeutungen prinzipiell ein offenes System: Eine Wirklichkeitsdefinition ist nur solange gültig, als sie noch nicht erfolgreich widerlegt wurde. Dies gilt selbst für die These der Nichthinterfragbarkeit von Wirklichkeit selbst.

17) Eine seinsbegriffliche Wirklichkeit erfüllt nur die Klärungsfunktion der Wirklichkeit als intersubjektiv kontrollierbaren Sinn, ersetzt nicht die anderen selbständigen Wirklichkeitszugänge z.B. in der Welt (Forschung), über das Subjekt (Besinnung), im Ereignis (praktisches Handeln und Entscheiden in Orientierung) und mittels des metaphysisch ergründ- und interpretierbaren Seins des Ganzen. Alle diese Wirklichkeitszugänge sind gleichberechtigt, keiner aber kann die anderen funktional ersetzen.

18) Gemessen an der intersubjektiven Evidenz seinsbegrifflicher Wirklichkeit sind alle anderen faktischen oder möglichen inhaltlichen philosophischen Grundpositionen Ideologie , insofern diese notwendigerweise auf dem Boden einer verallgemeinerten partikularen Wirklichkeitsbestimmung operieren, von dem her nicht mehr ohne Rest sämtliche begriffliche Voraussetzungen so thematisiert oder expliziert werden können, wie es die Berücksichtigung der ganzen Wirklichkeit redlicherweise erfordert.

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GRUNDSÄTZE:

1) Das deutsche Wort "Wirklichkeit" hat die weitest denkbare Bedeutung überhaupt.

2) Mit dem Wort "Wirklichkeit" meinen wir zusammenfassend "Alles".

3) "Alles" bezieht sich auf die ganze Wirklichkeit als je etwas Wirkliches .

4) Alle Wirklichkeit als je etwas Wirkliches gibt es für uns als das, was "ist".

5) Was für uns "ist", fügt sich allem, was für uns überhaupt "sein kann".

6) Wirklichkeitsanalyse ist explikatorische Bedeutungsanalyse von Seinsdefinitionen.

7) Seinsdefinitionen nennen das "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit" Identische beim Namen.

8) Alles überhaupt Identische findet seine weitestgehende Beschreibung in Seinsbegriffen.

9) Seinsbegriffe bilden ein offenes System bedeutungsmäßiger Selbstähnlichkeiten.

10) Wirklichkeit im Seinssystem ist nur als intersubjektives Sosein etwas Wirkliches.

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THESENAUSARBEITUNG:

1) Das deutsche Wort "Wirklichkeit" hat die weitest denkbare Bedeutung.

1.1. "Wirklichkeit" kann sinnhaft ohne Selbstwidersprüchlichkeit nicht negiert werden.
1.1.1. Dem Sein dagegen steht negiert das Nichts gegenüber , Wahrheit die Unwahrheit und Existenz die Inexistenz gegenüber.
1.1.2. Das "Unwirkliche" ist entweder auch etwas Wirkliches oder ein sinnloser Ausdruck.
1.1.2.1 Dieser Satz ist ohne Zusatzerläuterung verständlich und kann als testbar verifiziert werden, weil es sich um eine Sinnexplikation handelt.
1.1.2.1.1. Umgangssprachliche Ausdrücke wie "ein unwirklicher Mensch" oder "ein unwirkliches Ereignis" entspringen vordergründigem Wortverständnis.
1.1.2.1.2. "Unwirklichkeit" bei Frege, Rickert oder Nicolai Hartmann steht für Abstraktes und Geltendes im Sinne von Überwirklichem.
1.1.2.1.2.1. Unwirkliches als Überwirkliches gedacht ist eine Modifikation von Wirklichkeit, keine Negation.
1.1.2.2. Realismus-, Existenz- und Universaliendebatten sind deshalb Scheindebatten, Modallogiken haben keine Basis in der Wirklichkeit.
1.1.2.2.1. Die Frage ist nicht, ob etwas überhaupt real ist bzw existiert oder gegeben ist, sondern als was.
1.1.2.2.2. Kant's "Kritik der reinen Vernunft" zielt mit der Unerkennbarkeit des "Ding an sich" auf die Unhintergehbarkeit des Wirklichen.
1.1.2.2.2.1. Die eigentliche Wirklichkeit schließt bei Kant die transzendentalen Ideen ein und ist deshalb in letzter Instanz unerkennbar.
1.1.2.2.2.2. Als "Grundsatz der Modalität" (A 219) bezieht sich Kants Begriff der "Wirklichkeit" ausdrücklich nur auf den empirischen Gebrauch.
1.1.2.2.3. Die sogenannte Analytische Philosop
hie des zwanzigsten Jahrhunderts mußte scheitern, weil sie stattdessen von Wahrheit als Letztbezug ausging.
1.1.2.2.3.1. Im Anschluß an Gottlob Frege und gegen Kant sollten "wahre", nicht "wirkliche" Sätze analysiert werden.
1.1.2.2.3.1.1. Frege hatte ehedem den Geltungsaspekt von Lotzes Wirklichkeitsbegriff isoliert und verabsolutiert.
1.1.2.2.3.2. Über die "wirkliche Wahrheit" konnte man sich dort nie einigen, weil Wirklichkeit keiner formalen Regelung unterliegt.

1.1.2.2.3.2.1. "Wirklichkeit" läßt sich weder logisch noch syntaktisch, semantisch, diskursiv oder pragmatisch sinnhaft vorgängig unterstellen.

1.2. Jede umfassende Bedeutung muß etwas Wirkliches sein, und umgekehrt.
1.2.1. Insofern ist alles Wirkliche "wirklich", und die Wirklichkeit alles Wirkliche.
1.2.1.1. Unlogisch behauptet deshalb Ludwig Wittgenstein im Tractatus (2.06): "Das Bestehen und nicht Bestehen von Sachverhalten ist die Wirklichkeit."
1.2.1.1.2. Der Satz muß korrekt heißen: "Sachverhalte "sind" wirklich und in der Wirklichkeit gibt es Sachverhalte."
1.2.2. Wirklichkeit überhaupt ist die Bedeutung aller denkbaren Bedeutungen und insofern die unbedingte analytische Letztbedeutung.
1.2.2.1. Es gibt also entgegen der heute herrschenden Meinung den archimedischen Punkt möglicher Bedeutungsanalysen.
1.2.2.1.1. Dieser archimedische Punkt ist das eigentliche Apriori im Kantischen Sinn, das nicht mehr falsifizierbar ist.
1.2.2.1.1.1. Als das Apriori überhaupt ist Wirklichkeit auch der Inbegriff von Transzendentalität im Sinne Kants.
1.2.2.1.1.1.1. Wirklichkeit ist im Sinne Kants das synthestische Urteil apriori par excellence.
1.2.3. "Wirklichkeit" ist deshalb nicht etwas vorgängig nur Sinnhaftes, Sprachliches, Logisches, Reales oder zeitlich Existierendes.
1.2.3.1. Weil die Analytische Philosophie stets zwischen diesen Alternativen schwankte, hat sie Wirklichkeit nie unverstellt zu Gesicht bekommen.
1.2.3.2. Der Zeichencharakter von "Wirklichkeit" verweist auf alle denkbaren Verweise, auch auf das Zeichen selbst.
1.2.3.3. Die Wortbedeutung von "Wirklichkeit" verweist auf alle denkbaren Metaphern, auch auf die Metaphern selbst.
1.2.3.4. Der umgangssprachliche Gebrauch von "Wirklichkeit" verweist auf alles Gültige, auch auf das Gültige selbst.
1.2.3.5. Der gegenständliche Charakter der Wirklichkeit verweist auf alles Objektivierbare, auch auf die Objektivierbarkeit selbst.
1.2.3,6. Die phänomenale Eigenschaft von "Wirklichkeit" verweist auf alle Erscheinungen, auch auf das Erscheinen selbst.
1.2.3.7. Der faktische Bezug von "Wirklichkeit" verweist auf alles Reale, auch auf die Realität selbst.

1.3. Das deutsche Wort "Wirklichkeit" ist nicht ohne Bedeutungsrest in andere Landessprachen übersetzbar.
1.3.1. "Wirklichkeit" ist als das Lautgebilde einer Landessprache in anderen Landessprachen nur in ihrer Zeichenbedeutung adäquat übersetzbar.
1.3.1.1. Was Noam Chomsky als Universalsyntax aufgewiesen hat, ist semantisch nicht wiederholbar, weil Wörterbücher unterschiedlich sind.
1.3.2. Die Bedeutung des deutschen Wortes "Wirklichkeit" hat in keiner anderen Sprache eine vergleichbare Weite.
1.3.2.1.
Das lateinische "realitas", englische "reality" französische réalité, spanische "realidad" usw assoziieren immer "Welt".
1.3.2.1.1. Das deutsche Wort "Wirklichkeit" aber meint im bestimmten Unterschied zum deutschen Wort "Realität" mehr.
1.3.2.1.2. In dem "Mehr" des deutschen Wortes "Wirklichkeit" findet eine Reflexionserrungenschaft seit Kant ihren Niederschlag.
1.3.2.2."Welt" kann hinterfragt werden, weil es etwas vor und nach der Welt geben kann und außerdem einen möglichen unabhängigen Schöpfer.
1.3.2.2.1. Welt ist die Voraussetzung für alles Erkennbare in ihr, aber nicht mehr die Voraussetzung dafür, was zu ihrer eigenen Erkennbarkeit nötig ist.
1.3.2.3. Wirklichkeit ist auch mehr als nur Realität, denn jede Realität läßt sich nach ihrer Genesis hinterfragen.
1.3.2.3.1. "In Wirklichkeit" meint Umfassenderes als "in der Realität", denn irreale Wirklichkeit läßt sich denken, unwirkliche Realität nicht.
1.3.2.3.1.1.. Nur "in Wirklichkeit" impliziert eine Letztevidenz, die einer zusätzlichen Wahrheitsversicherung nicht mehr bedarf..
1.3.3. Die tradierte abendländische Philosophie hat die Unhintergehbarkeit des Sinns von Wirklichkeit bis heute übersehen.
1.3.3.1. Vor allem hat die neuzeitliche abendländische Philosophie die semantische Weite des deutschen Wortes "Wirklichkeit" übersehen.
1.3.3.1.1. Niemals haben Philosophen bis heute "in Wirklichkeit" exakt sprachlich und definitorisch ausgewiesen.
1.3.3.1.1.1. Man leitete es entweder aus dem eigenen bedingten System ab, oder unterstellte es umgangssprachlich als Floskel
.
1.3.3.1.1.1.1. Hier ausdrücklich ausgenommen: Wolfgang Struve: "Übergehen zur Wirklichkeit" (1970) und "Unglaubliche Wirklichkeit" (1970).

1.4. Als Eigenbedeutung hat "Wirklichkeit" einen Sinn, dessen Interpretation nur noch aus ihr selbst kommen kann.
1.4.1. Es gibt keinen Standpunkt außerhalb der Wirklichkeit, von woher Wirklichkeit deutbar wäre.
1.4.1.1. Die Bedeutungen verstehbarer Wirklichkeit sind kein linguistisches oder sprachlogisches Problem.
1.4.1.2. Auch Universalhermeneutik und Interpretationsphilosophie lassen sich ihre Texte in der Wirklichkeit vorgeben.
1.4.2. Es gibt nur Deutungsselbstverständlichkeiten, denen sich auch die Bedeutung von Wirklichkeit sinniger Weise fügen muß.
1.4.2.1. Jede Wirklichkeitsdeutung muß den Eigengesetzlichkeiten von Grammatik, Logik und Rhetorik gerecht werden.
1.4.2.1.1. Auch Sinnloses und Widerspruchvolles bedarf des Sinns und der Logik, um überhaupt verstanden werden zu können.
1.4.2.2. Als Bedeutungsidentität hat "Wirklichkeit" eine Bedeutung, die im bestimmten Unterschied nicht mehr Ihresgleichen hat.
1.4.2.2.1. Dabei ist der Name "Wirklichkeit" konventionsabhängig und nicht unauflöslich an das gekettet, was er repräsentiert.
1.4.2.2.1.1. Der Name "Wirklichkeit" steht hier für einen sogenannten "starren Designator" im Sinne Kripkes und Putnams.
1.4.3. "Wirklichkeit" als etwas zu Verstehendes meint Bedeutungsvorgängiges, muß aber bedeutet werden, um identifiziert werden zu können.
1.4.3.1. Bedeutete "Wirklichkeit" bezieht sich deshalb stets auf eine Unterstellung von Gemeintem.
1.4.3.1.1. Wirklichkeit ist nicht "die Wirklichkeit", sondern nur das, als was Wirklichkeit gemeint ist.
1.4.3.1.2. Vorgängige Wirklichkeit ist mit Sinn und Logik nicht mehr verstehbar, aber als Sinn logisch explizierbar.
1.4.4. Vorgängige Wirklichkeit kann nicht mehr direkt bedeutet, aber indirekt als unhintergehbar angedeutet werden.
1.4.4.1. Die Explikation unhintergehbarer Wirklichkeit stellt sich in einer Folge von Negationen dar.

1.4.5.1. Der Ort des Verstehens und Nichtverstehens ist der Ort des Fragen- und Antwortenkönnens.
1.4.5.1.2. Der Ort des Fragen- und Antwortenkönnens ist die Wirklichkeit des jeweiligen unmittelbaren Daseins.
1.4.5.1.2.1. Im sprachanalytischen Kontext bedeutet das heute die Wiederentdeckung des Geistes (mind), im hermeneutischen die des Subjekts (Ich).
1.4.5.1.2.1.1. Was in diesem Zusammenhang Intentionalität (John Searle) und Selbstbewußtsein (Manfred Frank) sein sollte, ist bis heute strittig geblieben.
1.4.5.2. Die Unhintergehbarkeit der Wirklichkeit zeigt sich nur einem Dasein, das die "Was-Frage" stellen und beantworten kann.
1.4.5.2.1. Jedes Lebewesen stellt auf seine angeborene Weise die Was-Frage an die Wirklichkeit, der Mensch allein kann sie explizieren.
1.4.5.2.1.1. Für alle Pflanzen und Tiere stellt sich die Was-Frage als die Realität, an die es sich zum Überleben anzupassen gilt.
1.4.5.2.1.1.1. Fragen- und Antwortenkönnen heißt im Pflanzen- und Tierreich Reagieren auf Umweltreize.
1.4.5.2.1.2. Für den Menschen allein stellt sich die Was-Frage als die Wirklichkeit, die aller denkbaren Realität vorausliegt.
1.4.5.2.1.2.1. Fragen-und Antwortenkönnen heißt beim Menschen, der Wahrheit auf die Spur kommen zu können.
1.4.6. So wenig wie Dasein ohne Wirklichkeit "ist", ist folglich auch Wirklichkeit ohne Dasein bestimmbar.
1.4.6.1. Im Dasein entscheidet sich, was Wirklichkeit als je etwas Wirkliches ist, nicht umgekehrt.
1.4.6.1.1. Was immer Wirklichkeit als Sein, Sosein und Seiendes "ist": Nur im jeweiligen Dasein kann sie einen Sinn bekommen.
1.4.6.2. Insofern Martin Heidegger einmal mit "Sein und Zeit" das Dasein ohne seinen Bezug zur Wirklichkeit zu interpretieren suchte, mußte er scheitern.
1.4.6.2.1. Denn "Sein und Zeit" interpretierte Dasein nur isoliert in seiner Verlassenheit, nicht umfassend als "wirkliches" Dasein.

1.5. Der unbedingte Adressat für die Unhintergehbarkeit der Wirklichkeit ist das Subjekt.
1.5.1. Der Ausgang von der Wirklichkeit impliziert den Ausgang vom Subjekt, der ihn ermöglicht.
1.5.1.1. Das heißt nicht, daß die Wirklichkeit subjektiv ist, sie ist aber auch nicht ohne das Subjekt.
1.5.1.1.1. Eine subjektlose Wirklichkeit wäre eine Wirklichkeit, über die keine Informationen mehr zu erhalten wären.
1.5.2. So wenig wie die Wirklichkeit, so wenig ist das Subjekt hinterfragbar, ohne das Wirklichkeit nicht ist.
1.5.2.1. Mit "Subjekt" ist in Bezug auf Wirklichkeit jedes mögliche (lebende) Subjekt überhaupt gemeint.
1.5.3. Jede Philosophie, die das Subjekt zu überspringen oder zu mediatisieren sucht, bleibt bodenlos.
1.5.3.1. Die vorgebliche paradigmatische Wende vom Subjekt zur Intersubjektivität seit Frege und Peirce (Habermas) ist ein Wirklichkeitsmißverständnis.
1.5.3.2. Die von Nietzsche bis Foucault usw. vertretene These vom angeblichen Tod des Subjekts ist ein Selbstwiderspruch.
1.5.4. Alle große Philosophie seit Sokrates ist in letzter Instanz Selbstverständigung des Subjekts in und über Wirklichkeit.

1.6. Es gibt nichts, was nicht irgendwie wirklich wäre.
1.6.1. Auch das Nichts muß etwas Wirkliches sein, wenn es als Wort einen Sinn haben soll.
1.6.2. Was bedeutungsmäßig auch noch das Nichts mitumfasst, meint einfach alles.
1.6.3. Mit "Wirklichkeit" meinen wir "Alles", wenn wir ihr einen Namen geben müßten.
1.6.3.1. "Alles" steht als Wort für alles das, was es überhaupt wißbar und unwißbar geben kann.
1.6.3.2. Wenn "Alles" nicht die Bedeutung von Wirklichkeit sein soll, dann wäre "Einiges" begründet dem Wirklichen abzusprechen.
1.6.3.2.1. Was dem Wirklichen abszusprechen wäre, müßte als unwirklich demonstrierbar sein.
1.6.3.2.1.1. Wie aber soll etwas als unwirklich deklarierbar sein, das es nicht "wirklich" gibt?

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2) Mit dem Wort "Wirklichkeit" meinen wir zusammenfassend "Alles".

2.1. Die erste Frage an die Wirklichkeitsthese lautet: Was meinst Du mit dem, was Du zu bezeichnen suchst?
2.1.1. Gäbe es auf diese Frage keine Antwort, würde die Grundthese alles und nichts behaupten können.
2.1.1.1. Wenn Wirklichkeit unhintergehbar sein soll, dann muß genauer angegeben werden, was mit "Wirklichkeit" gemeint ist.
2.1.2. "Wirklichkeit" als "Alles" beim Namen genannt, meint etwas universal identisch Verständliches.
2.1.2.1. Der Satz des Widerspruches gilt für jeden und kann nur um den Preis des Selbstwiderspruches abgelehnt werden.
2.1.2.1.1. Das philosophische Postulat einer Überwindung des sogenannten identifizierenden Denkens (Heidegger, Adorno) ist selbstwidersprüchlich.
2.1.2.1.1.1. Der späte Martin Heidegger will grundsätzlich das Verstandesdenken überwinden und übersieht, daß diese Überwindung nur indirekt gelingt.
2.1.2.1.1.2. Der späte Theodor W. Adorno will den Widerspruch bis hin zur eigenen Aufhebung ausweiten und scheitert an der Wiederkehr des Gleichen.
2.1.2.2. Der Sinn von "Alles" muß von jedermann verstanden und in jede Sprache übersetzt werden können.
2.1.2.2.1. Die Behauptung unüberbrückbarer paradigmatischer Verstehenshorizonte (Postmoderne) entspringt einem dogmatischen Bedeutungsverständnis.
2.1.2.2.1.1. Eine Postmoderne, die Kommunikation auf angeblich unhintergehbare Sprachspiele reduziert, übersieht Konstanten der conditio humana.
2.1.2.2.1.1.1. Die These von der Unübersetzbarkeit von Wörtern (Quine) entspringt einem unzureichenden Verständnis von Sprache.
2.1.2.2.2.1.1.1. Quine reduziert das Sprachliche auf eine extensionale Logik und scheitert dabei an der Mannigfaltigkeit des Konkreten.
2.1.3. "Wirklichkeit" als Alles gegenständlich fixiert, meint die Gegenständlichkeit des Gegenständlichen mit.
2.1.3.1. Der extensionale (objektmäßige) Referenzbereich von "Alles" ist definitiv offen, ein offenes System.
2.1.3.2. Der intensionale (bedeutungsmäßige) Repräsentationsgehalt von "Alles" ist definitiv unbestimmt, nichts ist ausgeschlossen.
2.1.4. Wirklichkeit, die "Alles" meint, ist selbst wirklich als Bedeutung.

2.2. Verständliches und übersetzbares "Alles" kann für endliche Wesen unbedingt nie alles sein.
2.2.1. Eindeutig alles im logischen und empirischen Sinn ist nur bedingtes "Alles".
2.2.2. "Alles" meint Unendlichkeit im erkennbaren und verstehbaren Sinn zugleich.
2.2.2.1. Alles ist erkennbar alles mögliche Einzelne und denkbare Beliebige.
2.2.2.1.1. Das Begreifen der Unendlichkeit in Mathematik und Physik hat es mit bedingtem "Alles" zu tun, nicht mit unbedingtem.
2.2.2.2. Alles ist verstehbar alles das, was "nicht alles" nicht ist.
2.2.3. Alles meint alles, was endlos negiert werden kann, weil das Ende nicht absehbar ist.
2.2.3.1. Unendliches "Alles" im negativen intensionalen Sinn ist positiv ein offenes Mysterium.
2.2.3.1.1. Negative Unendlichkeit kann metaphorisch angedacht, hermeneutisch interpretiert und spekulativ erschlossen werden.
2.2.3.2.1.1. Negative Unendlichkeit muß das Negierte als unbedingtes "Alles" im Blick behalten, um nicht dogmatisch zu werden.
2.2.3.2.1.1.1. Spekulative Metaphysik bedarf also eines Leitfadens der Negation, um nicht bodenlos zu werden.
2.2.3.2.1.1.1.1. Eine metaphorische Bedeutung von "Allem" bleibt bodenlos, wenn sie nicht mehr alles, sondern nur irgendetwas davon meint.
2.2.4. Endlos negiertes "Alles" kann auch alles und nichts, Wahres und Unwahres, Sinn- und Sinnloses zugleich bedeuten.
2.2.4.1. Der negierbare Sinn von "Alles" muß deswegen präzisiert werden können, wenn nicht Falsches und Unsinniges mitgemeint sein soll.
2.2.4.1.1. Es muß dabei klar werden, in welchem Sinn dabei auch das Nichts oder die Unwahrheit zur Wirklichkeit gehören.
2.2.4.2. "Alles" kann nur dann bestimmt das endlos zu Negierende sein, wenn klar ist, was das Negierte vom Negierenden trennt.
2.2.4.2.1. Im Allquantor der Logiker meint "Alles" selbst etwas Wirkliches unter anderem, nicht die Wirklichkeit als "Alles".
2.2.5. Was wir uns von "Alles" denkend vorstellen können, ist unendlich im einzelnen, aber endlich im allgemeinen.
2.2.5.1. Im einzelnen können wir endlose Welten und Zeiten erfinden, die alle in unendlichen Möglichkeiten auslaufen.
2.2.5.1.1. Um alles im einzelnen zu ergründen, bedürfte es eines endlosen Lebens und einer allwissenden Intelligenz.
2.2.5.2. Im allgemeinen können wir die Voraussetzungen zusammmenfassen, unter denen alle diese Welten und Zeiten erst möglich sind .
2.2.5.2.1. Solche Zusammenfassungen verlangen eine reflexive Begründung.
2.2.6. Wirklichkeit, die als Bedeutung "Alles" meint, muß alles mögliche Wirkliche "wirklich" bedeuten.

2.3. Endlos negierbares "Alles" meint dies destotrotz nicht zufällig, sondern notwendig.
2.3.1. Wenn "Alles" alles und nicht nur einiges meinen soll, muß es sich um alles in einem notwendigen Sinn handeln.
2.3.1.1. Das Zufällige, das zu "Allem" gehört, hört in diesem Zusammenhang auf, zufällig zu sein.
2.3.1.1.1. Der Zufall ist wirklich als etwas identifizierbares Wirkliches, nicht als die vorgängige, ganze Wirklichkeit.
2.3.1.2. "Alles" läßt sich beim Wegfall von Notwendigkeit nicht mehr ohne sinnhaften Selbstwiderspruch denken.
2.3.2. Notwendigkeit von "Allem" meint subjektiv alles, was jetzt möglich ist und vergangen abgeschlossen.
2.3.2.1. Vergangene Notwendigkeit unterscheidet sich von zukünftiger durch ihren Ereignischarakter.
2.3.2.2. Notwendigkeit ist als etwas Wirkliches vollendetes Ereignis, in Wirklichkeit die Vollendung aller Ereignisse.
2.3.2.2.1. "Alles" ist deshalb historisch notwendig, weil alles einmal vollendet sein wird. Der Zeitpunkt dafür aber steht nicht fest.
2.3.2.2.2. "Alles" ist deshalb notwendig real gegeben, zur Realität gehört aber auch die reale Möglichkeit.
2.3.2.2.2.1. Was Max Weber als "objektive Möglichkeit" beschrieb und Karl Jaspers als Grenzsituation, meint reales Allnotwendiges.
2.3.3. Logische Notwendigkeit ist nur eine Voraussetzung korrekten Denkens, nicht der aller Wirklichkeit.
2.3.3.1. Als nur logische Notwendigkeit ist alles Wirkliche nur mögliche Wirklichkeit.
2.3.3.1.1. "Alles" ist logisch notwendig nur, als es subjektiv dem Satz des Widerspruchs gehorchen muß.
2.3.3.1.1.1. Nicht die Logik ist die Heimat der Notwendigkeit, sondern die Geschichte.
2.3.4. Als transzendentale Notwendigkeit ist alles Wirkliche reflektierte Wirklichkeit des Erkenn- und Wißbaren.
2.3.4.1. Als erkenn- und wißbar Notwendiges ist alles Wirkliche nur verallgemeinerte identifizierbare Wirklichkeit.
2.3.4.1.1.. Die vieldiskutierten Paradoxien der Quantenphysik zeugen für den Präsentationscharakter des Wirklichen, nicht für Zweifel am Präsentierten.
2.3.5. Als transzendente Notwendigkeit ist alles Wirkliche subjektiv Schicksal.
2.3.5.1. Im Schicksal fallen zukünftige Möglichkeit und vergangene Faktizität zusammen.
2.3.6. Als absolut gedachte Wirklichkeit ist Notwendigkeit alles, was ist, weil es an und für sich ist.
2.3.6.1. Wirklichkeit ist der weitere Begriff als Möglichkeit, weil alles Mögliche sinngemäß etwas Wirkliches sein muß, aber nicht umgekehrt.
2.3.6.2. Die Konfrontation von Wirklichkeit mit Möglichkeit vor der Notwendigkeit ist ein verhängnisvolles theologisches Erbe.
2.3.7. Wirklichkeit, die alles Mögliche notwendig bedeutet, meint wirkliches Mögliches und wirkliches Notwendiges.

2.4. Gott ist als Inbegriff aller Notwendigkeit keine identifizierbare Wirklichkeit in "Allem".
2.4.1. Gott ist keine notwendige Voraussetzung von Wirklichkeit, weil Wirkliches auch ohne Gott denkbar ist.
2.4.1.1. Welche Bedeutung mit dem Wort "Gott" auch immer verbunden wird, so muß sie doch etwas Wirkliches meinen, das nicht die Wirklichkeit ist.
2.4.1.1.1. Auch wenn in einem pantheistischen Sinn Gott mit der Wirklichkeit gleichgesetzt wird, muß er sich noch von ihr unterscheiden können.
2.4.1.1.1.1. Eine pantheistische Aussage, die dies bestreitet, bestreitet auch den Sinn der eigenen These.
2.4.2. Es könnte sein, daß alles, was wirklich ist, für sich selbst und aus sich selbst ist, so daß sich das Hinterfragen erübrigt.
2.4.2.1. Es bliebe dann allerdings die offene Frage, welchen Sinn das Weiterfragenkönnen "in Wirklichkeit" hat.
2.4.2.1.1. Das Fragenkönnen ist auch etwas Wirkliches und die Frage nach der Wirklichkeit selbst läßt sich nicht beliebig verbieten.
2.4.2.1.1.1. Spinozas Wirklichkeit als alles in Gott und umgekehrt weiß zuviel über Wirklichkeit und Wirkliches.
2.4.3. Wenn Wirklichkeit aber alles ist, dann umfaßt sie auch Gott, wenn es ihn gibt.
2.4.3.1. Es könnte sein, daß alles, was für uns wirklich ist, nur der Vorschein von etwas ist, das sich erst nach dem Tode präsentiert.
2.4.4. Ob es Gott gibt, oder nicht, hängt entschieden davon ab, was wir "in Wirklichkeit" unter Gott verstehen.
2.4.4.1. Mit Blick auf den unbestimmten Aspekt der unhintergehbaren Wirklichkeit, lassen sich Bezeichnungen für "Gott" finden.
2.4.5. Was Gott uns "in Wirklichkeit" bedeutet, hängt von dem ab, wie wir Wirklichkeit verstehen.
2.4.5.1. Wie wir Wirklichkeit verstehen, sagt uns, was "Gott" sein könnte, wenn wir ihn beim Namen nennen.
2.4.5.1.1. Wie wir Wirklichkeit verstehen, ist etwas ganz anderes, als was sie intersubjektiv "ist".
2.4.5.1.1.1. Wir können intersubjektiv kein Argument für Gott haben, und dennoch subjektiv an ihn glauben.
2.4.5.1.1.2. Weil die Wirklichkeit unhintergehbar ist, bleibt auch der Glauben in letzter Instanz unwiderlegbar.
2.4.5.1.1.2.1. Widerlegbar ist nur der Aberglauben, der Wirklichkeit mit etwas Wirklichem verwechselt.
2.4.6. Wenn "Alles" die ganze Wirklichkeit bedeuten soll, dann mündet das endlose Fragenkönnen in eine sprachliche Antwort.
2.4.6.1. Sprachliche Antworten darauf, was die Wirklichkeit als Ganzes ist, haben metaphorischen und hypothetischen Charakter.
2.4.6.1.1. Sprachliche Antworten auf die Frage nach der Wirklichkeit als Ganzes sind Aberglaube ohne diese Berücksichtigung.
2.4.7. Wirkliches Mögliches und wirkliches Notwendiges erhellt aus dem, wie und als was Gott wirklich ist.

2.5. Wirklichkeit, die "Alles" bedeuten kann, impliziert eine Welt, die es unabhängig vom Subjekt "wirklich" gibt.
2.5.1. Wirklichkeit, die "Alles" meint, ist wirklich gegeben als Bedeutung von Möglichkeit und Notwendigkeit, Gott inklusive.
2.5.1.1. Wirklichkeit ist subjektiv gegeben, weil das Subjekt endlich ist und nicht alles Mögliche und Notwendige, geschweige denn Gott sein kann.

2.5.1.2. Das Subjekt kann nicht alles sein, weil es auch als nichtwirklich gedacht und erlebt werden kann.
2.5.1.2.1. Umgekehrt kann die Wirklichkeit auch als nichtsubjektiv gedacht werden, weil Subjekte in der Wirklichkeit verschwinden.
2.5.1.2.1.1. Der Deutsche Idealismus seit Fichte gleich wie der Solipsismus verwechseln die Wirklichkeit mit Subjektivität.

2.5.2. Das heißt nicht, daß Wirklichkeit ohne Subjektbezug auch bestimmt gedacht werden könnte.
2.5.2.1. Wirklichkeit, die als "Alles" bestimmt gedacht wird, setzt ein Bestimmendes voraus.
2.5.3. Bestimmt gedachte Wirklichkeit als "Alles" meint eine einheitlich bezeichnete Ganzheit.
2.5.3.1. Alles als einheitlich bezeichnete Ganzheit meint im weitesten Sinn des Wortes ein "Etwas".
2.5.3.1.1. Alles als Wirklichkeit, meint Etwas, das die ganze Wirklichkeit meint und doch selbst ein Wirkliches ist.
2.5.3.1.1.1. Wirklichkeit als Alles ist etwas als sprachliche Wirklichkeit.
2.5.4. Als einheitlich bezeichnete Ganzheit ist "Alles" wirklich als ein Wirklichkeitsbild.

2.6. Wirklichkeit als "Alles" meint alles, was überhaupt nur mögliches Wirkliches sein kann.
2.6.1. Alles meint also zusammen die eine Wirklichkeit und das viele Wirkliche.
2.6.1.1. Die eine Wirklichkeit und das viele Wirkliche sind zusammen die Wirklichkeit als Vielheit und Vielheit als Wirkliches.
2.6.1.2. Viele Wirklichkeit und wirkliches Vieles setzen Wirklichkeit als etwas überhaupt voraus, um Sinn haben zu können.
2.6.2. Wirklichkeit als "Alles" setzt also die Wirklichkeit als etwas und das Etwas als wirklich voraus.
2.6.2.1. Wirklichkeit als "Etwas" meint die ganze Wirklichkeit in einer Bedeutung.
2.6.2.2. "Etwas" als Wirkliches meint eine Bedeutung der Wirklichkeit als Ganzheit.
2.6.3. Wirklichkeitsbedeutungen sind sprachliche Gebilde, die einen Sinn artikulieren.
2.6.3.1. Im Sinn von Wirklichkeit kommt ihre Darstellung zum Ausdruck, die vermittelnd etwas repräsentiert, was wirklich gemeint ist.
2.6.3.2. Was wirklich als "Alles" gemeint ist, bedarf einer Interpretationsleistung, die Wirklichkeitssbedeutungen expliziert.
2.6.4. Die Explikation von Wirklichkeitsbedeutungen verlangt Klärung ihrer Darstellung, Vermittlung, Repräsentation und Referenz.
2.6.4.1. Die Klärung von Wirklichkeitsbedeutungen zielt zusammenfassend auf deren Wahrheit.
2.6.5. Wer die genannten Voraussetzungen einer Klärung von Wirklichkeitssbedeutungen leugnet, muß "Alles" direkt als etwas identifizieren.
2.6.5.1. Eine direkte Identifikation wäre nur averbal möglich als deiktisches Hinweisen.
2.6.5.1.1. Ein deiktischer Hinweis würde Wirklichkeit nur als unmittelbare behaupten und alle Vermittlung und Hervorbringung leugnen.
2.6.5.1.1.1. Die gegenwwärtige Unmittelbarkeit ist aber nicht alles, sondern von anderem hervorgebracht.

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3) "Alles" bezieht sich auf die ganze Wirklichkeit als je etwas Wirkliches .

3.1. Alles, was zusammenfassend als Ganzes etwas bedeuten kann, setzt dafür darstellbare Wirklichkeit voraus.
3.1.1.
Alles meint nicht die ganze Wirklichkeit, sondern nur deren Darstellung als Ganzheit.
3.1.1.1. Darstellbares Wirkliches meint die ganze Wirklichkeit nur als partikulare Erscheinung.
3.1.1.1.1. Partikular erscheinende Wirklichkeit ist eine Wirklichkeit
in der Wirklichkeit.

3.1.1.1.1.1. Darstellbare Wirklichkeit meint die Erscheinung der Wirklichkeit als etwas Wirkliches.
3.1.1.2. Darstellbare, erscheinende Wirklichkeit ist etwas, was auch anders sein könnte.
3.1.1.2.1. Darstellungen der ganzen Wirklichkeit ringen dem vorgängig Unbestimmten Bestimmtes ab.
3.1.1.3. Weil Wirklichkeit vielfach dargestellt werden kann, gibt es nicht die eine reproduzierbare Wirklichkeit.
3.1.1.3.1. Aus dieser Einsicht hat Kants "Transzendentale Logik" den Begriff des "Dinges an sich" für die zugrundeliegede Wirklichkeit abgeleitet.
3.1.2. Was alles auch anders sein könnte, ist wirkliche Erscheinung als identifizierbare Wirklichkeit.
3.1.2.1. Unterschiedlich darstellbare Erscheinungen eröffnen unterschiedliche Identifizierbarkeiten.
3.1.2.1.1. Unterschiedlich identifizierbar erscheinende Wirklichkeit meint nicht festgelegtes Wirkliches.
3.1.2.1.1.1. Alles Wirkliche als Ganzheit kann sprachlich etwas nur als nicht festgelegte Wirklichkeit meinen.
3.1.3.
Wer die Nichtfestgelegtheit von Wirklichkeit ontologisch ignoriert, verwechselt Wirklichkeit mit Wirklichem.
3.1.3.1. Die von postmodernen Philosophen behauptete Grunddifferenz bleibt im nur Wirklichen verhaftet.
3.1.3.1.1. Auch die von Martin Heidegger behauptete Differenz von Sein und Seiendem hat es nur mit etwas Wirklichem zu tun.
3.1.3.2. Max Webers Insistieren auf der logischen Kluft von Sein und Sollen unterliegt dieser Verwechslung nicht.
3.1.3.3. Wer die Subjekt-Objekt-Beziehung dem Wirklichkeitsverständnis zugrundelegt, übersieht deren Darstellungscharakter.
3.1.4. Dargestellte Wirklichkeit, die sich als wirklich begreifen will, erfährt sich als hergestellte Wirklichkeit.

3.2. Darstellbare Wirklichkeit als Erscheinung von Ganzheit meint sinnhaft vermittelte Wirklichkeit.
3.2.1. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit impliziert ein Medium, das zwischen Sinn und Bedeutetem eine verstehbare Synthese herstellt.

3.2.1.1. Wirklichkeit als "Alles" ist dies im Medium der Sprache, ohne die Wirklichkeit nichts bedeuten kann.
3.2.1.1.1. "Wirklichkeit" unmittelbar ist ein Wort, das nur im Kontext einer Sprache etwas Bestimmtes bedeuten kann.
3.2.1.1.1.1. Das Wortverständnis von "Wirklichkeit" ist seinerseits im weitesten Sinn an sprachliche Wirklichkeit gebunden.
3.2.1.1.1.1.1. Mit sprachlicher Wirklichkeit im weitesten Sinn meinen wir Syntax, Zeichen- und Lautsprache, Semantik und Sprachspiele.
3.2.2. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit impliziert ein Bedeutetes, das als das Gemeinte transportiert wird.
3.2.2.1. Wirklichkeit als "Alles" ist dies als das gegebene Wirkliche, ohne welches Wirklichkeitsbedeutungen gegenstandslos wären.
3.2.2.1.1. "Wirklichkeit" als unmittelbares Wort hat eine Bedeutung, die nur in Bezug auf etwas Gemeintes einen Sinn haben kann.
3.2.2.1.1.1. Das Sinnverständnis der Wortbedeutung von "Wirklichkeit" ist seinerseits an eine verständnismäßige Wirklichkeit gebunden.
3.2.2.1.1.1.1. Mit verständnismäßiger Wirklichkeit im weitesten Sinn meinen wir alles kommunikativ, geistig und diskursiv Wirkliche.
3.2.3. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit impliziert eine Perspektive, die im Medium der Sprache Bedeutetes aufnimmt.
3.2.3.1. Wirklichkeit als "Alles" ist dies aus der Perspektive von etwas Wirklichem, ohne das Wirklichkeitsbedeutungen ortlos blieben.
3.2.3.1.1. "Wirklichkeit" als unmittelbar gegebene Wortbedeutung von Gemeintem bleibt leer ohne bedeutungslesendes Wirkliches.
3.2.3.1.1.1. Bedeutungslesendes Wirkliches ist seinerseits im weitesten Sinn an verständniskompetentes Wirkliches gebunden.
3.2.3.1.1.1.1. Unter verständiskompetentem Wirklichem im weitesten Sinn verstehen wir alles, was Wirklichem selbst als ein Wirkliches begegnet.
3.2.4. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit impliziert eine Synthese, die zwischen Sinn und Bedeutetem sinnhaft Wirkliches verwirklicht.

3.2.4.1. Wirklichkeit als "Alles" ist dies unter gedanklichen Voraussetzungen, ohne die Wirkliches nicht identifizierbar wäre.
3.2.4.1.1. Wirklichkeit als unmittelbar gedankliche Wortbedeutung einer Idee bleibt diffus, ohne reflexives Wirkliches.
3.2.4.1.1.1. Reflexives Wirkliches ist seinerseits im weitesten Sinn an möglich autonomes vernünftiges Wirkliches gebunden.
3.2.4.1.1.1.1. Unter autonom vernünftigem Wirklichen im weitesten Sinn verstehen wir alles, das Wirklichkeit in ihrer Unhintergehbarkeit begreifen kann.
3.2.5. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit impliziert ein Reflexionsniveau, das Wirklichkeit als sinnhaft Vermitteltes zu verifizieren vermag.
3.2.6. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit, die sich selbst verstehen will, ist eine Interpretationswirklichkeit.

3.3. Darstellbare Wirklichkeit als reflektiertes vermitteltes Wirkliches ist repräsentatives Wirkliches.
3.3.1. Repräsentative Wirklichkeit impliziert präsentierend Präsentiertes, dessen Präsentation seinerseits als etwas Wirkliches wirklich ist.
3.3.1.1. Als Wirklichkeit präsentierend meint "Alles" etwas Wirkliches als Sprache und im Denken.
3.3.1.2. Als Wirklichkeit präsentiert meint "Alles" etwas Wirkliches als Gegebenheit und Gegenständlichkeit.
3.3.1.3. Als eigenbedeutende Wirklichkeitspräsentation meint "Alles" als etwas Wirkliches Interpretation und Reflexion.
3.3.1.4. Als Wirklichkeit von Wirklichkeitspräsentation meint"Alles" als etwas Wirkliches Grenze und Metareflexion.
3.3.2. Als repräsentatives Wirkliches meint "Alles" eine letztendlich gedachte Grenze.
3.3.2.1. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" sprachlich alles, was sich sprachlich sagen läßt.
3.3.2.2. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was sich logisch denken läßt.
3.3.2.3. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was überhaupt gegeben sein kann.
3.3.2.4. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was gegenständlich als Einheit gedacht werden kann.
3.3.2.5. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was interpretativ überzeugen kann.
3.3.2.6. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was reflexiv überzeugt.
3.3.2.7. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was Grenzhaftigkeit reflexiv bedeuten kann.
3.3.2.8. Als letztendlich gedachte Grenze meint "Alles" alles, was Selbstreflexivität als grenzhaftes "Alles" offenbart.
3.3.3. Als letztendlich gedachte Grenze meint Wirklichkeit als "Alles" ein selbtsreflektiertes sprachliches Ganzes.
3.3.3.1. Als selbstreflektiertes sprachliches Ganzes meint "Alles" die endlos mögliche Negation von Wirklichem.
3.3.3.1.1. Endlos mögliche Negation von Wirklichem meint Ganzheit für anwesendes Wirkliches.
3.3.3.1.1.1. Anwesendes Wirkliches repräsentiert Wirkliches, indem es sich auf es bezieht.
3.3.4. Repräsentatives Wirkliches, das das Ganze im Auge hat, reflektiert in eins Präsentation und Präsentiertes als Wirkliches.

3.4. Vermitteltes Wirkliches repräsentiert Wirklichkeit in Bezugnahme auf etwas.
3.4.1. Bezugnahme auf etwas Wirkliches ist eine repräsentierende Wirklichkeitsidentifikation.
3.4.1.1. Eine repräsentierende Wirklichkeitsidentifikation meint Wirklichkeit in einem unterstellten und gemeinten Sinn.
3.4.1.1.1. Wirklichkeit als "Alles" meint in einem unterstellten Sinn alles überhaupt nur grenzenlos Mögliche.
3.4.1.1.2. Wirklichkeit als "Alles" meint in einem gemeinten Sinn alles grenzenlos Mögliche des grenzenlos Möglichen überhaupt.
3.4.2. Eine repräsentierende Wirklichkeitsidentifikation ist ein Wirklichkeitsvergleich.
3.4.2.1. Ein repräsentativer Wirklichkeitsvergleich bezieht sprachlich Vergleichendes auf sprachlich Verglichenes.
3.4.2.1.1. Wirklichkeit als "Alles" meint im Wirklichkeitsvergleich den gedachten Sinn von "Alles" als den wahren.
3.4.2.1.2. Wirklichkeit als "Alles" unterstellt den wahren Sinn von "Alles".
3.4.2.2. Wirklichkeit als Vergleichwirklichkeit meint vergleichsoffenes Wirkliches.
3.4.3. Repräsentative Bezugnahme auf Wirkliches kann das Gemeinte treffen oder auch nicht.
3.4.3.1. Getroffenes Gemeintes ist wahres, nicht getroffenes ist falsches Gemeintes.
3.4.3.1.1. Wirklichkeit als wahres und falsches Gemeintes ist eine aufgegebene Wirklichkeit.
3.4.3.1.1.1. Wirklichkeit als "Alles" meint als wahres Gemeintes die absolute Wahrheit.
3.4.3.1.1.2. Wirklichkeit als "Alles" meint als falsches Gemeintes alles Unwahre als je etwas Wirkliches.
3.4.4. Wirkliches, das als Gemeintes getroffen werden kann oder auch nicht, meint wahrheitsfähiges Wirkliches.
3.4.4.1. Wahrheitsfähiges Wirkliches meint identifizierbares Wirkliches.
3.4.4.2. Nichtwahrheitsfähiges Wirkliches meint nichtidentifizierbares Wirkliches.

3.4.5. Wahrheitsfähiges Wirkliches meint grundsätzlich problematisierbares Wirkliches.
3.4.5.1. Problematisierbares Wirkliches kann vergleichend geprüft werden.
3.4.5.1.1. Vergleichsstimmiges Wirkliches meint wahres Wirkliches.
3.4.6. Wahre Wirklichkeit meint etwas Wirkliches als wahres Wirkliches.
3.4.6.1. Wahres Wirkliches als die Wirklichkeit meint die Wahrheit.
3.4.6.1.1. Die Wahrheit als etwas Wirkliches meint mit sich identisches Wirkliches.
3.4.6.1.1.1. Mit sich identisches Wirkliches als "die Wahrheit" meint eine intersubjektive Herausforderung.
3.4.6.1.1.1.1. Die Wahrheit als intersubjektive Herausforderung verlangt nach evidenten Übereinstimmungen, Kriterien, Horizonten, Überzeugungen.
3.4.7. Wahres Wirkliches meint wirkliches Wahres und nicht umgekehrt.
3.4.7.1. Wirklichkeit als "Alles" meint Wahres, weil es um Wirkliches geht, und nicht um Wirkliches wegen Wahrem.
3.4.7.1.1.. Jede Philosophie, die von einer angenommenen Wahrheit zur Wirklichkeit schreitet, und nicht umgekehrt, manipuliert Wirklichkeit.
3.4.7.1.1.1. Eine Semantik, die von wahren Aussagen ausgeht, kann nicht mehr sagen, was wirkliche Aussagen sind.
3.4.7.1.1.2.. Schulphilosophien, die mit Wahrheitstheorien argumentieren, immunisieren ihre eigenen Ausgangspositionen.
3.4.7.1.1.3. Postmoderne Philosophen, die auf Wahrheit im Rückgriff ganz verzichten wollen, verzichten auch auf deren Leistung.
3.4.7.1.1.4. Die Leugnung der Wahrheit ist ein Selbstwiderspruch.
3.4.8. Bedeutende Bezugnahme auf Wirkliches, die wahr sein kann, meint wirkliche Kenntnisnahme von Wirklichem.

3.5."Alles" als dargestellte Wirklichkeit repräsentiert vermittelnd, was subjektunabhängig für alle gilt.
3.5.1. "Subjektunabhängig" bedeutet dabei nur, daß es eine Wahrheit gibt, die gefunden werden kann.
3.5.1.1. Die Wahrheit steht unter der Voraussetzung, daß sie dargestellte Wirklichkeit meint.
3.5.1.1.1. Als dargestellte Wirklichkeit ist Wahrheit als auf Wirkliches bezogen stets interpretiert und ihrerseits wirklichkeitsbedingt.
3.5.2. Eine Wirklichkeit, die für alle Subjekte gilt, ist intersubjektive Wirklichkeit.
3.5.3. Die subjektive Wirklichkeit kann als intersubjektive Wirklichkeit wahr oder falsch sein.
3.5.3.1. Umgekehrt kann die intersubjektive Wirklichkeit als subjektive Wirklichkeit relevant oder irrelevant sein.
3.5.3.1.1. Subjektive Wirklichkeit versichert sich intersubjektiv des wirklichen Wirklichen als wahres Wirkliches.
3.5.4. Das wirkliche Wirkliche als wahres Wirkliches ist das, was ausgesagt "ist".
3.5.4.1. Wahres Wirkliches, das ausgesagt "ist", meint eine vermittelnde Darstellung, deren Repräsentation sich auf Wirkliches stimmig bezieht.
3.5.4.1.1. Wirklichkeit als "Alles" meint insofern alles, als durch sie alles ausgesagt "ist", was darstellbar wahres Wirkliches repräsentiert.
3.5.4.1.2, Alles wahre Wirkliche ausgesagte meint das, was intersubjektiv repräsentiert für alle "ist".
3.5.4.2.. Wer philosophisch den Wahrheitsbegriff relativiert, übersieht, daß es subjektunabhängige objektive Realität für alle gibt.
3.5.4.3. Postmoderne Philosophen, die den Wahrheitsbegriff relativieren, sprechen nur noch für ihre eigene Person.
3.5.4.3.1. Wer nur noch für seine eigene Person spricht, spricht nicht mehr als Philosoph.
3.5.5. Mit dem ausgesagten Wort "ist" unterstellen wir sprachlich alles das, was mit dem, was ist, bedeutungsmäßig assoziiert werden kann.
3.5.5.1. Was alles Besondere wir mit dem ausgesagten Wort "ist" assoziieren, können wir allgemein bündeln.
3.5.5.1.1.. Mit dem Wort "ist" unterstellen wir immer schon etwas im logischen, grammatischen, semantischen, kommunikativen und diskursiven Sinn.

3.5.5.1.1.1. Es gibt auch die Möglichkeit, dem Wort "ist" eine transzendentale Bedeutung zu geben.

3.6. Wenn es intersubjektive Wahrheit überhaupt geben soll, dann muß es sie auch über den vielfachen Sinn von Sein geben.
3.6.1. Wirklichkeitsbedeutungen, die ausgesagt wahr sind, bedeuten das, was die Wirklichkeit "ist".
3.6.2. Die Wirklichkeit "ist" das, was das Sein der Wirklichkeit erschöpfend bedeutet.
3.6.2.1. Das Sein der Wirklichkeit bedeutet erschöpfend alles das, was das "Ist" überhaupt meinen kann.
3.6.2.1.1. Wirklichkeit "ist" erschöpfend Versicherung, Prädikation, Identität, Existenz und Klassifikation.
3.6.3. Das Sein der Wirklichkeit bedeutet erschöpfend etwas gewiß Bedeutetes, das irgendwie existiert und als es selbst als etwas identifiziert werden kann.
3.6.4. Seinsbedeutungen der Wirklichkeit sind die umfassenden Wirklichkeitsbedeutungen im intersubjektiven Sinn.
3.6.4.1. Es gibt endlose Wirklichkeitsbedeutungen neben den Seinsbedeutungen, die alle etwas Wirkliches meinen.
3.6.4.2. Seinsbedeutungen aber allein treffen Wirklichkeit als "Alles" intersubjektiv verbindlich.
3.6.4.2.1. Die intersubjektive Verbindlichkeit der Vollständigkeit der Seinsbedeutungen kann getestet werden.
3.6.4.2.1.1. Ebenso wie die Unhintergehbarkeit der Wirklichkeit falsifizierbar ist, ist dies auch die Vollständigkeit der Seinsbedeutungen.
3.6.4.2.1.1.1. Die behauptete Vollständigkeit ist falsifiziert, wenn entweder weitere gefunden oder behauptete verringert werden können.
3.6.5. Wirklichkeit als "Alles"und vieles ist das, was im weitesten Sinn des Wortes "ist".
3.6.6. Alles und vieles ist wirklich als das, was Wirklichkeit als Sein ist.

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4) Alle Wirklichkeit als je etwas Wirkliches gibt es für uns als das, was "ist".

4.1. Sinnhaft vermittelte Wirklichkeit als das, was "ist", impliziert verifizierbare referierende Erkenntniswirklichkeit..
4.1.1. Was etwas Wirkliches ist, "ist" dies mit einem Gewißheitsanspruch.
4.1.1.1. Die Behauptung, daß etwas "ist", impliziert stets die subjektive Versicherung: "Es ist so!"
4.1.1.1.1. Die Verifikation, die mit "ist" ausgedrückt wird, meint die Versicherung, daß etwas so ist, wie es ist.
4.1.1.1.1.1.. Wirklichket als "Alles" ist immer eine Versicherung, niemals eine Endgewißheit.
4.1.2. Für was der sprachlich angezeigte Gewißheitsanspruch steht, ist etwas Nichtsprachliches.
4.1.2.1. Nichtsprachliche Wirklichkeit ist nur indirekt zugängliche Wirklichkeit.
4.1.2.2.Sprachlich angezeigtes Wirkliches meint Wirkliches, das nur unter Prämissen überhaupt etwas Wirkliches ist.
4.1.2.2.1. Was überhaupt nur unter Prämissen etwas Wirkliches meint, ist nicht mehr die Wirklichkeit an und für sich.
4.1.2.2.2.. Was nicht mehr die Wirklichkeit an und für sich meint, ist" die Wirklichkeit als Erscheinung.
4.1.3. Verifizierbar referierende Erkenntniswirklichkeit als Versicherung des "ist" meint erscheinende Wirklichkeit.
4.1.3.1. Als erscheinende Wirklichkeit ist alles, was wahr sein kann, stets bedingtes Wirkliches, niemals unbedingte Wirklichkeit.
4.1.3.1.1. Auch wenn wir die unbedingte Wirklichkeit denken, bleibt das Gedachte erscheinungshaft und bedingt.
4.1.3.1.2. Die Erscheinungshaftigkeit ist bedingt durch die Voraussetzungen des Gehirns, des Wahrnehmungs- und Denkvermögens.
4.1.3.1.3. Die Erscheinungshaftigkeit wird beeinflußt durch die sozialen, kulturellen und geistigen Umstände.
4.1.3.1.4. Erscheinungshafte und bedingte Aussagen über Unbedingtes sind konstitutiv subjektiv und indirekt.
4.1.4. Grundsätzlich erscheinungshafte Wirklichkeit bedarf reflektierter Reflexion, um intersubjektiv evident als Sein ausgesagt zu werden.
4.1.4.1. Erscheinungshafte Wirklichkeit muß die Perspektiven erkennen lassen, will sie ihren Erscheinungscharakter nicht vergessen machen.
4.1.4.1.1. Der Erscheinungscharakter bleibt präsent, wenn Präsentation, Präsentiertheit, Repräsentation und Referenz auseinandergehalten werden.
4.1.5. Erscheinungshaftes "Ist" meint reflexiv etwas Objektives, das vermittelnd Wirklichkeit als etwas Wirkliches beim Namen nennt.
4.1.5.1. Alles Erscheinungshafte meint reflexiv Selektivität, insofern es sich nur um Ausschnitts- und Ansichtswirklichkeit handelt.
4.1.5.2. Reflektierte Erscheinungshaftigkeit kann objektiv sein, wenn die Trennung zwischen Voraussetzungen und Sachgehalt strikt erfolgt.
4.1.5.2.1. Reflektierte Erscheinungshaftigkeit kann kritisch sein, wenn der Unterschied von Wirklichkeit und etwas Wirklichem gegenwärtig bleibt.
4.1.6. Über Wirklichkeit selbst gibt es sinnvolle Aussagen nur als je etwas Wirkliches unter bestimmten Prämissen.
4.1.6.1.. Nur bedingt unter einem bestimmten Aspekt hat deshalb Max Weber von der Wirklichkeit als einem heterogenen Kontinuum gesprochen.
4.1.6.2. Die Einsicht in die Unhintergehbarkeit von Wertbeziehungen im Begreifen von Wirklichkeit meint auch nur etwas Wirkliches.
4.1.6.2.1. Die Universalisierung von Wert- und Kulturbeziehungen im Badischen Neukantianismus war zu vordergründig.

4.1.6.3. Die Phänomenologie Husserls hat den grundsätzlichen Darstellungscharakter der Erscheinungshaftigkeit nicht zu Ende gedacht.
4.1.7. Die Erscheinungshaftigkeit der Wirklichkeit kann von keiner vorgängigen Wahrheitskonzeption her zureichend als Sein verstanden werden.
4.1.7.1. Jede Wahrheitstheorie muß an der Kontingenz des erscheinenden Wirklichen scheitern.
4.1.7.1.1. So scheiterten alle Grundlagenversuche der Analytischen Philosophie im Anschluß an Freges Wahrheitsverständnis.
4.1.8. Der verifikative Sinn von Sein kann zureichend nur als das begriffen werden, was Wirklichkeit für Wirkliches ist.

4.2. Verifizierbar referierende Erkenntniswirklichkeit impliziert Wirkliches, das etwas Wirkliches "ist".
4.2.1. Was etwas Wirkliches als verifizierbar referierend ist, "ist" dies als eine Prädikation.
4.2.1.1. Die Behauptung, daß etwas "ist", impliziert stets die Aussage, daß etwas als etwas gemeint ist.
4.2.1.1.1. Die Prädikation, die mit "ist" ausgedrückt wird, meint die Relation von etwas mit etwas.
4.2.1.1.2. Wirklichkeit als "Alles" bleibt grundsätzlich eine zirkuläre Behauptung.
4.2.2. Für was das "Etwas als etwas" steht, ist eine Relation zwischen etwas Identifiziertem und etwas Bedeutetem.
4.2.2.1. Wirklichkeit als identifiziertes und bedeutetes Wirkliches ist erkennbare Wirklichkeit.
4.2.2.1.1. Erkennbare Wirklichkeit ist immer eine wahrgenommene und gedachte Wirklichkeit.
4.2.2.1.1.1. Als wahrgenommene Wirklichkeit ist Erkennbarkeit immer etwas Subjektives und Objektives.
4.2.2.1.1.2. Als gedachte Wirklichkeit ist Erkennbarkeit immer etwas Allgemeines und Besonderes.
4.2.3. Verifizierbar referierende Wirklichkeit als Prädikation meint relationale Wirklichkeit.
4.2.3.1. Als relationale Wirklichkeit ist alles, was wahr sein kann, stets interpretiertes Wirkliches, nie Uninterpretiertes.
4.2.3.1.1. Auch wenn wir die Relationalität selbst denken, bleibt sie uns als etwas Relatives interpretiert.
4.2.3.1.1.1. Relationale Aussagen über Wirkliches sind konstitutiv an die Vergleichbarkeit von etwas mit etwas gebunden.
4.2.4. Grundsätzlich relationale Wirklichkeit bedarf phänomenaler Beschreibung, um intersubjektiv als Sein ausgewiesen werden zu können.
4.2.4.1. Relationale Wirklichkeit muß ihre Relationalität demonstrieren lassen können, will sie ihre Realtionalität beweisen.
4.2.4.1.1. Die Relationalität wird demonstriert, wenn etwas Wirkliches als etwas Wirkliches gleich wie etwas so und so Gewisses gezeigt wird.
4.2.5. Relationales "Ist" meint etwas reflexiv Angenommenes, das vermittelnd etwas Wirkliches als etwas anderes beim Namen nennt.
4.2.5.1. Was relational etwas anderes beim Namen nennt, übernimmt damit eine Beweislastpflicht.
4.2.5.1.1. Die Beweislastpflicht wird eingelöst, wenn Relationen empirisch demonstriert werden.
4.2.5.1.2. Die relationale Grundstruktur des Seins kann von keiner Vermittlungstheorie einheitlich gedeutet werden.
4.2.5.1.3. Die Prädikatenlogik bringt es nur zu Klassifikationen von Wirklichem, nicht der Wirklichkeit.
4.2.5.1.3.1. Der Positivismus, ob logisch oder empirisch, verkennt die Komplexität des Vermittlungscharakters des Wirklichen.
4.2.5.1.3.1. Betrand Russells früher Versuch, Wirklichkeit relational begrifflich zu beschreiben, übersah deren Erscheinungshaftigkeit.
4.2.5.1.3.2. Rudolf Carnaps "Der logische Aufbau der Welt" kann subjektiv-phänomenale und intersubjektiv-empirische Erscheinungen nicht vermitteln.
4.2.6. Der prädikative Sinn von Sein kann einheitlich nur als das begriffen werden, was Wirklichkeit als Wirkliches ist.

4.3. Was als etwas Wirkliches adäquat prädiziert werden kann, impliziert das, als was etwas Wirkliches mit anderem identisch "ist".
4,3.1. Als was etwas Wirkliches mit anderem identisch ist, "ist" dies mit einem fixierten Bedeutungsanspruch.
4.3.1.1. Die Behauptung, daß Etwas etwas "ist", impliziert stets die Aussage, daß etwas so und nicht anders gemeint ist.
4.3.1.1.1. Die Identität, die mit "ist" ausgedrückt wird, meint die vorgängige Unterstellung einer Wortkonsistenz.
4.3.2.
Was als etwas so und nicht anders alles gemeint ist, ist die Bedeutungskonsistenz einer Gleichstellung.
4.3.2.1. In der Umgangssprache handelt es sich dabei um die formale Kopula des "Ist gleich" (=).
4.3.2.1.1. Als formale Kopula bedeutet das "Ist" lediglich eine Gleichstellung ohne semantischen Gehalt.
4.3.2.1.1.1. Es bleibt allerdings die Gleichstellung selbst als ein Sein, das irgendwie etwas "ist".
4.3.2.1.1.1.1. Wirklichkeit als "Alles", was irgendwie gleich ist, ist alles, was in letzter Beziehung gleich ist.
4.3.2.1.1.1.1.1. Die letzte Gleichheit von allem Wirklichen ist, daß es ist, mithin das Sein in seinem nur logischen Sinn.
4.3.3. Das logische Sein der formalen Kopula kann von keiner Repräsentationstheorie her ihren Sinn bekommen.

4.3.3.1. Deshalb hat Kant das Sein nur als Position eines Dinges angesehen ohne weitere inhaltliche Bestimmung.
4.3.3.2. Ludwig Wittgensteins logischer Absolutismus im Tractatus scheiterte an der prinzipiellen Unendlichkeit möglicher Sachverhalte.
4.3.3.3. Jeder Monismus und jede Identitätsphilosophie als Einheitsunterstellung scheitert an der nichtdeduzierbaren Wirklichkeit.
4.3.3.3.1. Die ursprüngliche Einheitsutopie der Analytischen Philosophie scheitert an der prinzipiellen Unvollständigkeit formaler Systeme.
4.3.3.3.1.1. Spätestens die Unvollständigkeitsthese Gödels über formalisierbare Systeme hat das evident gemacht.
4.3.4. Der semantische Sinn von Sein fügt sich keiner reflexiven Metasprache oder pragmatischen Bedeutungstheorie.

4.3.4.1. Semantisch bedeutet Sein alles, was mit dem Wort "ist" umgangssprachlich verbunden werden kann.
4.3.4.1.1. Umgangssprachliche Wortbedeutungen von Sein gründen in Sprechakten, deren Theorie nur pragmatische Beschreibungen liefert.
4.3.4.1.1.1. Sprachlich orientierte Bedeutungstheorien erfassen nicht das, was "ist", sondern das, was verstanden werden kann.
4.3.4.1.1.1.1. Metasprachlich orientierte Universalsemantiken verengen den Sinn von Sein vorgängig technisch.
4.3.4.1.1.1.1.1. In dieser, aber auch nur in dieser Hinsicht haben Wittgensteins Sprachspiele das letzte Wort behalten.

4.3.4.2. Über das Verhältnis von Sein, Wahrheit und Begriff herrschen
heute überall immer noch strittige und diffuse Meinungen.
4.3.4.2.1. Sein wird gewöhnlich nicht von Wirklichkeit abgeleitet,
Wahrheit wird als Theorie gehandelt und Begriffe sind keine
Seinsbegriffe.
4.3.5. Der kommunikative Sinn von Sein fügt sich keiner universalen Informationsstheorie oder dekodierenden Einheitssprache.
4.3.5.1. Informative Wortbedeutungen erfassen Sein nur innherhalb begrenzter Erwartungshorizonte.
4.3.5.1.1. Universale Informationstheorien sagen alles über Informationsvermittlung und nichts über Informationsgehalte.
4.3.5.1.1.1. Insofern muß jede künstlich programmierte Intelligenz Sein simulieren, wenn sie Sein empirisch zuordnen will.
4.3.5.1.2. Dekodierende Einheitssprachen sind grundsätzlich funktional bedingt für Transformationszwecke.
4.3.5.1.2.1. Insofern mußte das große Projekt Otto Neuraths einer wissenschaftlichen Einheitssprache scheitern.
4.3.5.1.2.2. Auch der späte Erlanger Versuch Lorenzens, eine Einheitssprache über Prädiaktionen logisch aufzubauen, war im Ansatz verfehlt.
4.3.6. Der diskursive Sinn von Sein fügt sich keinem prozeduralen Metadiskurs noch einer idealen Sprechsituation.
4.3.6.1. Diskursiv bedeutet Sein alles, was mit dem Wort "ist" wahrheitsgemäß eingelöst werden kann.
4.3.6.1.1. Unterstellungen idealer Sprechsituationen scheitern an den konstitutiven gesellschaftlichen Ungleichheiten.
4.3.6.1.2. Prozedurale Metadiskurse erreichen nicht die inhaltlichen Besonderheiten und argumentativen Einmaligkeiten.
4.3.6.1.2.1. Universalpragmatik (Jürgen Habermas) und Trenszendentalpragmatik (Karl Otto Apel) blieben deshalb Versprechungen.
4.3.6.1.2.1. Der universale Geltungsanspruch dieser beiden wird nicht eingelöst, weil jederzeit der faktische Widerspruch blieb.

4.3.6.1.2.1.1. Diese Restfaktizität des Widersprechenkönnens hat Peter Sloterdijks "Kritik der zynischen Vernunft" vom Kynismus her entwickelt.
4.3.7. Der Sinn von Sein als Identität ist konsistent begreifbar nur als das durchgängige Moment des Wirklichen.

4.4. Als was etwas Wirkliches mit anderem identisch ist, impliziert das, was etwas Wirkliches mit anderem nachweisbar verbindet.
4,4.1. Was etwas Wirkliches mit anderem nachweisbar verbindet, "ist" der existierende Zusammenhang als etwas Wirkliches.
4.4.1.1. De Behauptung, daß etwas "ist", impliziert stets die Unterstellung, daß etwas so oder so existiert.
4.4.1.1.1. Die Referenz, die mit "ist" ausgedrückt wird, meint die Existenzweise von etwas als etwas.
4.4.2. Was so oder so alles existieren kann, kommt irgendwie in Raum und Zeit vor.
4.4.2.1. Was irgendwie in Raum und Zeit vorkommen kann, muß als etwas identifizierbar und als Wirksames nachweisbar sein.
4.4.2.1.1. Im Raum vorkommendes Existierendes meint auch alles, was innerweltlich erfahren werden kann.
4.4.2.1.1. In der Zeit vorkommendes Existierendes meint auch alles, was aus Vergangenheit und Zukunft in die Gegenwart wirken kann.
4.4.2.1.2. Etwas Identifizierbares "existiert" auch dann, wenn es nur vermittelt zuschreibbares Wirkliches ist.
4.4.2.1.3. Etwas nachweisbares Wirksames "existiert" auch dann, wenn es faktisch noch nicht nachgewiesen ist.
4.4.3. Was in Raum und Zeit vorkommen kann, ist an eine jeweilige Gegenwart gebunden.
4.4.3.1. Existierendes Wirkliches muß im weitesten Sinn gegenwärtig angetroffen werden können.
4.4.3.1.1. Was jeweils gegenwärtig angetroffen werden kann, existiert für vergegenwärtigende Subjekte.
4.4.3.1.1.1. Insofern Sein als "Existieren" an gegenwartsfähige Subjekte gebunden ist, meint "Existenz" Subjektivität.
4.4.3.1.1.1.1. Existenz als Subjektivität meint aber nicht meine eigene allein, sondern jegliche andere auch.
4.4.3.1.1.1.1.1. Existenz als jegliche Existenz im Raum meint alle gegebenen Subjekte zu einer Zeit.
4.4.3.1.1.1.1.2. Existenz als jegliche Existenz in der Zeit meint alle gegebenen Subjekte zu je ihrer Zeit.
4.4.3.1.1.2. Die Existenzphilosophie seit Sören Kierkegaard hat "Existenz" auf je "meine gegenwärtige Existenz" reduziert.
4.4.3.1.1.2.1. Gegen die Wesenslogik Hegels versuchte sie damit das gewisse Besondere gegen ein abstraktes Allgemeines zu behaupten.
4.4.3.1.1.3. Heideggers "Sein und Zeit" verabsolutierte die jemeinige Existenz als Dasein zum Ausgangspunkt von Seinsverständnis überhaupt.
4.4.3.1.1.3.1. Heideggers frühe Daseinsanalyse übersah, daß die Wirklichkeit, und nicht das Subjekt, das wahrhaft Unhintergehbare ist.
4.4.3.1.1.3.2. Es gibt Existierendes auch unabhängig von mir, weil es andere Existierende und nichtsubjektives existenzielles Wirkliches gibt.
4.4.4. Was in Raum und Zeit wirksam sein kann, ist an eine identifizierbare einheitliche Kraftquelle gebunden.
4.4.4.1. Etwas existierendes Wirkliches muß im weitesten Sinn Kausalfaktor sein können.
4.4.4.1.1. Was alles im weitesten Sinn Kausalfaktor sein kann, ist eine empirische und naturwissenschaftliche Frage.
4.4.4.2. Was alles wirklich geschieht, existiert als etwas Wirkendes und Bewirktes.
4.4.4.2.1. Wird Sein als das Wirkende und Bewirkte von allem verstanden, wird die Wirklichkeit als etwas Wirkliches gedeutet.
4.4.4.2.1.1. Wirklichkeitsdeutungen als alles etwas wirkend-bewirktes Wirkliches sind bedingte hypothetische Spekulationen.
4.44.2.1.1.1. Existenzielle Seinsspekulationen folgen Denkparadigmen, die Wirklichkeitsgeschehen scheinbar erklären.
4.4.5. Existenzielle Seinsparadigmen beherrschen seit je her Religion, Ontologie, Wissenschaft und Geschichte.
4.4.5.1. Religiöse Seinsparadigmen rekurrieren auf das Göttliche und nehmen die Wirklichkeit als Schöpfung hin.
4.4.5.1.1. Existierendes Sein ist dann die Kreatur, deren Sinn durch geoffenbartes Heilswissen bestimmt ist.
4.4.5.1.1.1. Noch die mittelalterliche Philosophie dachte Wirkliches als geschaffene "existentia", deren "realitas" nur langsam Thema wurde.
4.4.5.2. Ontologische Seinsparadigmen orientieren sich seit Aristoteles am grammatischen Satzsubjekt.
4.4.5.2.1.
Grammatisch erscheint das, was "ist", als das Substantiv eines Satzes: Etwas ist ausgesagt Zugrundeliegendes (hypokeimenon).
4.4.5.2.2. Von Aristoteles bis Kant ist existierendes Sein im Abendland als Substanz gedacht worden.
4.4.5.2.3. Der Deutsche Idealismus nach Kant hat dann noch einmal die Substanzphilosophie als Subjektphilosophie erneuert.
4.4.5.3. Wissenschaftliche Seinsparadigmen orientieren sich seit den Griechen an der Natur (physis), die auf Raum und Zeit projiziert wird.
4.4.5.3.1. Die räumliche Seinsprojektion führt in der Nachfolge des Parmenides zum existierenden Sein als einem Gesetzesall.
4.4.5.3.1.1. Noch das Wirklichkeitsverständnis von Einstein und der gegenwärtigen Theoretiker von physikalischen Weltformeln steht in dieser Tradition.
4.4.5.3.2. Die zeitliche Seinsprojektion führt in der Nachfolge des Heraklit zu einem existierenden dynamischen, auch lebendigen Sein.
4.4.5.3.2.1. In diesem Sinn hat Goethe gegen Newton gestanden und hat die Evolutionstheorie ihren schließlichen Siegeszug angetreten.
4.4.5.4. Geschichtliche Seinsparadigmen orientieren sich seit Augustins "Civitas dei" an einem Seinsgeschehen, das verallgemeinert wird.
4.4.5.4.1. Die eigentliche Mächtigkeit dieses Paradigmas entfaltete sich aber erst seit der Entdeckung der Geschichtsdynamik ab ca. 1750.
4.4.5.4.1.1. In den totalitären Bewegungen des Kommunismus und Faschismus als Relikte der Subjektphilosophie hat es Weltgeschichte gemacht.
4.4.5.4.2. Der späte Martin Heidegger hat existenzielles Sein seinsgeschichtlich als Wirklichkeitsmächtigkeit eines Seins des Seienden bezeichnet.
4.4.5.4.2.1. Martin Heidegger hat sich bei seiner Hypostasierung des Seins nie um dessen begriffliche Bedeutung gekümmert.
4.4.5.4.2.1.1. Heidegger begnügte sich bei seiner Seinsanalyse mit etymologischen Herleitungen und hermeneutischen Exkursen.
4.4.6. Jede Modallogik, die dem existenziellen Sinn von Sein gerecht werden will, instrumentalisiert die Wirklichkeitsbedeutung.
4.4.6.1. Eine Quantorenlogik, die gegen die Modallogik den Existenzbegriff logisch zu eliminieren sucht, degeneriert zur formalen Logik.
4.4.7. Was etwas Wirkliches nachweisbar "existenziell" mit anderem verbindet, zeigt sich als etwas Wirkliches oder bleibt Geheimnis.
4.5.1. Wirklichkeit als je etwas Wirkliches meint das, was jedes Wirkliche als Wirkliches klassifikatorisch "ist".
4.5.1.1. Wirkliches ist klassifikatorisch, was es von seiner bedeutungsmäßigen Zugehörigkeit her ist.
4.5.1.1.1. Wirkliches ist dieses und jenes, weil es gattungsmäßig zu diesem und jenem gehörig "ist".
4.5.1.1.1.1. Die Klassifikation, die mit "ist" ausgedrückt wird, meint das, was etwas "in Wirklichkeit" ist.
4.5.1.1.1.1.1. Als was etwas Wirkliches ausgesagt werden kann, ist prinzipiell so zahlreich wie alles andere Wirkliche, mit dem es vergleichbar ist.
4.5.1.1.2. Eine bedeutungsmäßig ausgesagte Zugehörigkeit des Wirklichen meint einen Vergleich, der nicht beliebig ist.
4.5.1.1.2.1. Ein nichtbeliebiger Zugehörigkeitsvergleich von Wirklichem meint Wirkliches und weniger Wirkliches.
4.5.1.1.2.1.1. Wirklicheres und weniger Wirkliches unterscheiden sich durch Bedeutungsumfänge.
4.5.1.2. Die Behauptung, daß etwas "ist" impliziert, daß etwas als etwas dieses oder jenes ist.
4.5.1.2.1. Wenn Wirkliches beim Namen genannt wird, dann "ist" es entweder Individuelles oder Allgemeines.
4.5.1.2.1.1. Etwas Individuelles ist Wirkliches als einmaliges Gegebenes.
4.5.1.2.1.1.1. Als einmaliges Gegebenes meint das "ist" die Wirklichkeit als ein Wirkliches.
4.5.1.2.1.1.1.1. Die Wirklichkeit als ein Wirkliches "ist" eine Manifestation des Wirklichen.
4.5.1.2.1.1.1.2. Wirkliches als eine Manifestation der Wirklichkeit "ist" als Individuelles prinzipiell unendlich prädizierbar.
4.5.1.2.1.1.1.2.1. Die unendliche Prädizierbarkeit des individuell Wirklichen liegt an der endlosen Vergleichbarkeit mit anderem Wirklichen.
4.5.1.2.1.1.2. Wirkliches als einmaliges Gegebenes "ist" die unhinterfragbare Wirklichkeit beim Namen genannt.
4.5.1.2.1.1.3. Wirklichkeit als einmalig "Alles" "ist" der Name für die Unhintergehbarkeit der Wirklichkeit.
4.5.1.2.1.1.4. Wirklichkeit als einmaliges "Alles" "ist" aber auch die Bedeutung eines individuell Wirklichen, das nicht mehr vergleichbar ist.
4.5.1.2.1.2. Etwas Allgemeines ist Wirkliches als etwas umfassendes Bedeutsames.
4.5.1.2.1.2.1. Als umfassendes Bedeutsames meint das "ist" ein Wirklches als das Wirkliche.
4.5.1.2.1.2.1.1.. Ein Wirkliches als das Wirkliche "Ist"eine Modifikation des Wirklichen.
4.5.1.2.1.2.1.2. Wirkliches als eine Modifikation der Wirklichkeit "ist" als Allgemeines prinzipiell umfassenderes Wirkliches.
4.5.1.2.1.2.1.2.1. Die prinzipiell umfassendere Zuordenbarkeit des Wirklichen liegt an der allem Wirklichen gemeinsamen Prämisse der Wirklichkeit.
4.5.1.2.1.2.2. Wirkliches als umfassend Zuordenbares "ist" der explizierbare Sinn von Wirklichkeit mit"Alles" beim Namen genannt.
4.5.1.2.1.2.3. Etwas Wirkliches als alles umfassend Zuordenbares "ist" der Name für die bedeutungsmäßige Hintergehbarkeit der Wirklichkeit.
4.5.1.2.1.2.4. Wirklichkeit als zuordenbares "Alles" ist aber auch die Bestimmtheit von gegliedertem Wirklichen, das alles in letzter Instanz wirklich ist.
4.5.1.3. In der Frage "Wie wirklich ist die Wirklichkeit wirklich?" sind alle Fragemöglichkeiten zur Wirklichkeit erschöpft.
4.5.2. Wirklichkeit als "Alles" ist klassifikatorisch individuelle Letztgegebenheit und allgemeine Letztbestimmung zugleich.
4.5.2.1. Als individuelle Letztgegebenheit "ist" Wirklichkeit das Sein, das alles, was etwas Wirkliches ist, ermöglicht.
4.5.2.1.1. Sein, das etwas Wirkliches ermöglicht, ist die Bedingung der Möglichkeit dessen Wirklichseins.
4.5.2.2. Als allgemeine Letztbestimmung "ist" Wirklichkeit das Sein, das alles, was etwas Wirkliches ist, verständlich macht.
4.5.2.2.1. Sein, das etwas Wirkliches verständlich macht, ist die Bedingung der Möglichkeit dessen Seinkönnens.
4.5.3. Etwas Wirkliches als die Bedingung der Möglichkeit seines Wirklichseins "ist" sein unbedingter Wirklichkeitsbezug.
4.5.3.1. Etwas Wirkliches "ist" als Wirklichkeitsbezug, was Wirklichkeit notwendig immer ist, wenn sie sein können soll.
4.5.4. Etwas Wirkliches als die Bedingung der Möglichkeit seines Seinkönnens "ist" seine bedingte Wirklichkeitsdifferenz.
4.5.4.1. Etwas Wirkliches ist als Wirklichkeitsdifferenz, was Wirkliches einmalig ist, wenn es als Sein getroffen sein soll.
4.5.5. Wirklichkeit, um sein zu können, muß alles das sein, was sein kann, weil es den Bedeutungsmöglichkeiten von "Ist" genügt.
4.5.5.1. Wirklichkeit genügt den Bedeutungsmöglichkeiten von "Ist" veritativ, prädikativ, identisch, existenziell und klassifikatorisch ineins.
4.5.6. Etwas Wirkliches, um Seinseinmaligkeit zu sein
, muß allen den Bedeutungsanforderungen genügen, die ein Etwas möglich machen.
4.5.6.1. Etwas Wirkliches genügt den Bedeutungsmöglichkeiten von "Ist" als etwas gewisses Bestimmtes von etwas und für etwas.
4.5.7. Wirklichkeit, die im vollen Umfang "ist", impliziert ihre Bedeutungen als Inbegriff der Wirklichkeit.
4.5.7.1. Etwas Wirkliches, das etwas in jeder Hinsicht "ist", impliziert seine Bedeutungen als Seinsbegriff.

4.6. Wirklichkeit, die alles "ist", entspricht der Wirklichkeitsbedeutung, die alles, was ist, meint.
4.6.1. Alles, was ist, meint alle Wirklichkeit als alles Wirkliche.
4.6.1.1. Alle Wirklichkeit meint als alles Wirkliche, was alles, das überhaupt sein kann, faktisch "ist".
4.6.1.2. Alles, was überhaupt sein kann meint faktisch die Bedeutung, die der Wirklichkeit als alles mögliche einzelne Wirkliche zukommt.
4.6.2. Wirklichkeit in der Bedeutung alles möglichen einzelnen Wirklichen überhaupt meint klassifikatorisch das Sein.
4.6.2.1. Als Sein im klassifikatorischen Sinn meint die Wirklichkeit alles was wirklich "ist" und als Wirklichkeit möglich sein kann.
4.6.2.1.1. Alles, was im klassifikatorischen Sinn wirklich ist, meint die besondere Wirklichkeit in der Vielfalt deren Bedeutungen.
4.6.2.1.2. Alles, was im klassifikatorischen Sinn als Wirklichkeit möglich sein kann, meint die allgemeine Wirklichkeit in ihrer einen Bedeutung.
4.6.3. Die allgemeine Wirklichkeit in ihrer einen Bedeutung meint das Sein, ohne das nichts sein kann.
4.6.3.1. In ihrer veritativ-vergewissernden Bedeutung meint das Sein alles Seins die Subjektivität überhaupt, als das Insgesamt alles Gegebenen.
4.6.3.2. In ihrer prädikativen Bedeutung meint das Sein alles Seins die Welt überhaupt als das Insgesamt aller Prädikationen.
4.6.3.3. In ihrer identischen Bedeutung meint das Sein alles Seins die Intersubjektivität überhaupt als das Insgesamt alles Wahren.
4.6.3.4. In der existierenden Bedeutung meint das Sein alles Seins die Ereignishaftigkeit überhaupt als Insgesamt aller Nachweisbarkeit.
4.6.4. Das Sein, ohne das nichts sein kann, meint das, was Gegebenheit, Prädizierbarkeit, Wahrheit und Nachweisbarkeit insgesamt bedeuten.
4.6. Welt, Subjektivität, Intersubjektivität und Ereignishaftigkeit zusammen meinen alles, was "ist", erschöpfend als was es sein kann.
4.7. Was Wirklichkeit bedeutungsmäßig alles ist, kann im Gedankenexperiment getestet werden.
4.7.1. Die namentlichen vier Wirklichkeitsbedeutungen sind falsifiziert und als korrekturbedürftig ausgeweisen:
4.7.1.1. Wenn a) zusätzliche Bedeutungen nachgewiesen werden, die zum Verständnis dessen, was sein kann, nötig sind.
4.7.1.2. Wenn b) noch umfassendere Namen für die ultimativen Bedeutungsmöglichkeiten gefunden werden.
4.7.1.3. Wenn c) Bedeutungsvereinheitlichungen sich als schlüssig erweisen, so daß die Zahl Vier verringert werden kann.
4.7.1.3.1. In diesem Zusammenhang sei auf die große Bedeutung der Zahl Vier seit der antiken Philosophie (Pythagoras) hingewiesen.
4.7.1.3.1.1. Erst die christliche Trinitätslehre hat mit der dialektischen Trias ein neues analytisches Ordnungspardigma zur Geltung gebracht.

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5) Was für uns "ist", fügt sich allem, was für uns überhaupt "sein kann".

5.1. Als darstellbar verifizierbare Erkenntniswirklichkeit kann nur sein, was diese uns immer bedeuten muß.
5.1.1. Was uns Wirklichkeit immer bedeuten muß, beruht auf einer Identifaktion des Wirklichen, die unser Erkenntnisvermögen bewirkt.
5.1.1.1. Die Wirklichkeitsidentifikation unseres Erkenntnisvermögens ist sozial, geistig und reflexiv interpretierbar.
5.1.1.1.1. Es gibt keine ausschließliche Instanz, die über unsere Wirklichkeitsidentifikation im vorgängigen Sinn verfügt.

5.1.2. Es gibt keine Wirklichkeitsbedeutung ohne Subjektivität.
5.1.2.1. Wirklichkeitsbedeutungen sind an Erkenntniswirklichkeit gebunden und damit an Subjektivität.
5.1.2.1.1. Was immer wirklich sein kann, muß als solches irgendwie und irgendwo zur Sprache kommen können.
5.1.2.1.1.1. Was irgendwie und irgendwo zur Sprache kommen kann, muß von wem auch immer zur Kenntnis genommen werden können.
5.1.2.1.1.1.1. Die Wirklichkeit kann also immer nur nichts anderes als Subjektives bedeuten, dies aber nicht ausschließlich.
5.1.2.1.1.1.1.1. Die Wirklichkeit ist schon deshalb nicht nur subjektiv, weil die Subjekte sich nicht selbst gemacht haben.
5.1.2.1.1.1.1.1.. Der Deutsche Idealismus seit Fichte umging dieses Argument, indem er Subjektivität und Wirklichkeit gleichsetzte.
5.1.2.1.1.1.1.2. Solipsistische, esoterische, magische und mythische Positionen leugnen es aufgrund angeblich überwirklichen Wissens.
5.1.2.1.1.1.1.3. Indische Spiritualität ignoriert es aufgrund eines subjektdomierten Weltbildes.
5.1.3. Wirklichkeitsbedeutungen meinen alles, was überhaupt subjektiv sinnhaft dargestellt und geistig als Text verstanden werden kann.
5.1.3.1. Wirklichkeit ist als Bedeutung immer alles das, was intersubjektiv einen bestimmten Sinn haben kann.
5.1.3.1.1. Wirklichkeit, die keinen bestimmten Sinn hat, meint eine Wirklichkeit, die "nicht sein kann".
5.1.3.1.1.1. Wirklichkeit, die nicht sein kann, ist dies als negierte Wirklichkeit.
5.1.3.1.1.2. Negierte Wirklichkeit ist nicht Nichts, sondern das, was unsere Wirklichkeit alles nicht sein kann.
5.1.4. Wirklichkeitsbedeutungen sind nur das Wirkliche, was in seinem propositionalen Gehalt praxisreferentiell deutend Deutlichkeit bekommen kann.
5.1.4.1. Es gibt aber nichtpropositionales, praxisreferentiell undeutliches Wirkliches als Wirklichkeitsbedeutung.
5.1.4.1.1. All dies gibt es wirklich als das, was in der Phantasie alles wirklich sein kann.
5.1.5. Subjektiv ist Wirklichkeit immer etwas Wirkliches im phänomenalen Sinn.
5.1.5.1. Die Wirklichkeit präsentiert sich subjektiv also immer als Erscheinungsphänomen, das bedeutend beschrieben werden kann.
5.1.5.2. Etwas Wirkliches präsentiert sich subjektiv als ein Bedeutungsmoment der phänomenalen Erscheinungshaftigkeit von Wirklichkeit.
5.1.5.2.1. Jede phänomenale Beschreibung der Wirklichkeit als Wirkliches stößt aber an die Grenzen des Subjekts, das die Phänomene nicht erzeugt.
5.1.5.2.1.1. Edmund Husserls Phänomenologie hat Phänomene "objektiv" zu beschreiben gesucht, ohne "Objektivität" als Phänomen zu klären.
5.1.5.2.1.1.1. Indem Husserl auch "Wahrheit" als Phänomem begreift, kann er Phänomenalität nicht mehr wahrheitsgemäß hinterfragen.
5.1.5.3. Im weitesten Sinn meint Wirklichkeit phänomenal alles, was überhaupt etwas sein kann, weil es für Etwas etwas bedeutet.
5.1.6. Die Unhintergehbarkeit von Subjektivität ist von Descartes indirekt angedeutet und von Kant begrifflich demonstriert worden.
5.1.6.1. Die Existenzphilosophie von Jaspers hat sie methodisch überhöht, die Existentialphilosophie Heideggers ontologisch überinterpretiert.

5.2. Das Insgesamt aller Wirklichkeitsbedeutungen für mögliche Subjektivität meint immer die Welt.
5.2.1. Subjektive Erkenntniswirklichkeit ist an Erkenntnisinhalte gebunden und damit an eine unabhängige Gegebenheit.
5.
2.1.1. Was immer wirklich sein kann, muß der Erkenntnis auch vor-, nicht nur eingegeben sein.
5.2.1.1.1. Was immer der Erkenntnis vorgegeben sein mag, muß allgemein als Welt aller irgendwie besonderen Welten einen Erscheinungsort besitzen.
5.2.1.1.1.1. Die Wirklichkeit kann also immer nur nichts anderes als eine Welt sein, dies aber nicht alles allein.
5.2.1.1.1.1.1. Die Welt kann schon deshalb nicht die ganze Wirklichkeit sein, weil innerhalb ihrer ihre eigenen Grenzen zum Ausdruck kommen können.
5.2.1.1.1.1.2. Empirismus, Realismus und Positivismus weigern sich die Realität von Grenzen- und Grenzsituationen zur Kenntnis zu nehmen.
5.2.1.1.1.1.3. Noch Ludwig Wittgensteins Tractatus weigerte sich, an den Grenzen der Welt deren Reflektierbarkeit zu erörtern.
5.2.1.1.1.1.4. Die Analytische Philosophie fängt erst langsam wieder an (McGinn, Putnam), das Grenzdenken neu zu entdecken.
5.2.2. Wirklichkeitsbedeutungen meinen weltlich alles, was überhaupt objektiv expliziert, präzisiert, klassifiziert und im Begriff indiziert werden kann.
5.2.2.1. Wirklichkeit ist als Begriff immer alles das, was in letzter Instanz ihre Definition bedeutet.
5.2.2.1.1. Wirklichkeitsdefinition meint in letzter Instanz den metasprachlichen Diskurs.
5.2.2.2. Wirklichkeit, die nicht begrifflich ist, meint eine Wirklichkeit, die unbestimmt für mögliche Bedeutungen offen bleibt.
5.2.2.2.1. Wirklichkeit, die unbestimmt für mögliche Bedeutungen offen bleibt, meint Wirkliches, die alles Mögliche sein kann.
5.2.2.2.2. Unbegriffliche Wirklichkeit ist noch nichts Unbestimmbares, sondern nur etwas noch nicht Bestimmtes.
5.2.3. Wirklichkeitsbegriffe sind nur das Wirkliche, das grenzbestimmend Relationen, Extensionen und Intensionen in einem Typus festhält.
5.2.3.1. Es gibt aber grenzübergreifendes, relations-, extensions- und intensionsloses Wirkliches als begrifflichen Wirklichkeitstypus.
5.2.3.1.1. All das gibt es wirklich als Grenzbegriffe, die Grenzen als Grenzen klären, nicht erklären.
5.2.4. Von Welt her gesehen ist Wirklichkeit immer etwas Wirkliches in begrifflich vermittelter Eigenschaft.
5.2.4.1. Die Wirklichkeit gibt sich weltlich also immer als Gegenständlichkeit, die objektiv analysiert werden kann.
5.2.4.2. Etwas Wirkliches gibt sich weltlich stets als ein bestimmtes begriffliches Objekt der objektiven Gegenständlichkeit der Welt.
5.2.4.2.1. Jede wertfreie Begriffsanalyse aber der Wirklichkeit als Wirkliches stößt an die Grenzen einer Welt, die unendlich prädizierbar ist.
5.2.4.2.1.1 Die Grenzen präsentieren sich in der grundsätzlichen Unbestimmtheit der Prämissen und Endlosigkeit des Bestimmbaren.
5.2.4.2.1.1.1. Die universalen Intentionen der Analytischen Philosophie sind deshalb in beidem einem Pragmatismus gewichen.
5.2.4.2.1.1.1.1. Auch die sogenannte neuerliche Wende zum Begriff bei Brandom und McDowell bleibt pragmatisch fundiert.
5.2.4.3. Objektiv meint Wirklichkeit alles, was als etwas sein kann, weil es nachweislich irgendwo Wirkliches ist.
5.2.5. Die Unhintergehbarkeit von Welt ist von Descartes indirekt angedeutet und von Kant expliziert worden.
5.2.5.1. Die Analytische Philosophie hat sie mit ihrer Abkehr von Kant verabsolutiert begrifflich verdinglicht.
5.2.5.1.1. Von Carnaps "Der Logische Aufbau der Welt" bis hin zu Poppers Dreiweltenlehre erscheint dort Wahrheit nur als Korrespondenzwahrheit.

5.3. Der Geltungscharakter aller subjektiven Wirklichkeitsbedeutungen der Welt ist immer intersubjektiv.
5.3.1. Subjektive Erkenntnisinhalte als Welt sind immer unterschiedlich beurteilbar und intersubjektiv überprüfbar.
5.3.1.1. Was immer wirklich sein kann, muß als Gegebenheit auch kriteriell verifizierbar und kontrollierbar sein.
5.3.1.1.1. Was immer als Gegebenheit Geltungscharakter hat, muß intersubjektiv als Realität gesichert werden können.
5.3.1.1.1.1. Die Wirklichkeit kann also immer nur nichts anderes als intersubjektiv eine Geltung beanspruchen, dies aber nicht alles erschöpfend.
5.3.1.1.1.1.1. Intersubjektivität kann schon deshalb nicht alles Wirkliche erschöpfen, weil sie dieses nicht schafft, sondern nur kontrolliert.
5.3.1.1.1.1.2. Dies übersehen die Verfechter einer paradigmatischen Wende der Philosophie zur Intersubjektivität seit Frege und Peirce.
5.3.1.1.1.1.2.1. Die angebliche Abfolge eines Ontologie- , Bewußtseins- und Intersubjektivitätspardigmas ist nicht universalisierbar.
5.3.1.1.1.1.2.2. Jürgen Habermas übergeht dabei hartnäckig die bereits große Bedeutung der Intersubjektivität von Platon bis Kant.
5.3.2. Wirklichkeitsbedeutungen meinen intersubjektiv alles, was einheitlich vermittelbar als gleich identifizierend und zuerkennend wahr sein kann.
5.3.2.1. Wahre begriffliche Wirklichkeit ist immer alles das, als was das Sein als so und so identisch ist.
5.3.2.1.1. Sein, das als so und so identisch ist, meint das, was das Sein intersubjektiv ist.
5.3.2.1.2. Wirklichkeit, die nicht als Sein so und so identisch ist, meint eine Wirklichkeit, die so nicht stimmen kann.
5.3.2.1.2.1. Wirklichkeit, die so nicht stimmen kann, meint Wirkliches, das Täuschungswirkliches ist.
5.3.2.1.2.2. Täuschende Wirklichkeit ist nichts Scheinwirkliches, sondern nur etwas fehlleitendes Wirkliches.
5.3.3. Wirklichkeitswahrheit ist nur das Wirkliche, das eine Entsprechung evident, richtig und wahrhaftig als unbedingt verbürgt.
5.3.3.1. Es gibt aber Nichtentsprechungen, die weder evident, noch richtig, noch wahrhaftig Unbedingtheit verbürgen.
5.3.3.1.1. All das gibt es wirklich als die Lüge in der Welt, die geschichtsmächtig ist.
5.3.4. Intersubjektiv meint Wirklichkeit also immer etwas Wirkliches mit repräsentativ problematischer Identität.
5.3.4.1. Etwas Wirkliches gibt sich intersubjektiv stets als eine angenommene Identität, die logisch und empirisch hinterfragbar ist.
5.3.4.1.1. Jede intersubjektive Klärung aber der Wirklichkeit als Wirkliches stößt an die Grenzen einer Formalität, die keine Inhalte setzt.
5.3.4.1.1.1. Die Grenzen der Formalität zeigen sich im Extrem als die Leere der bloßen Rationalität und die Irrationalität das bloß Empirischen.
5.3.4.1.1.1.1. Wahrheit ist also eine repräsentative Vermittlungsleistung und weder empirisch noch rational einseitig begründbar.
5.3.4.1.1.1.1.1. Die Analystische Philosophie hat Wirklichkeit als Wahrheit zu fassen gesucht, ohne die Wirklichkeit als Wahrheit zu wissen.
5.3.4.2. Intersubjektiv meint Wirklichkeit alles, was als etwas Wirkliches wahr ist, weil darüber prinzipieller Konsens möglich ist.
5.3.5. Die Unhintergehbarkeit von Intersubjektivität wird seit Frege und Peirce postuliert, ist bis heute aber noch nicht zureichend begriffen.
5.3.5.1. Die Analytische Philosophie vom Glauben an die Wirklichkeit als mögliche Intersubjektivität übersieht dabei deren Ursprünge.
5.3.5.1.1. Wirklichkeit ist als Intersubjektivität nicht schon ihre Verwirklichung, sondern lediglich ihr Vergewisserung.

5.4. Intersubjektiv vergleichbare Geltung aller Wirklichkeitsbedeutungen ist immer eine Ereigniswirklichkeit.
5.4.1. Intersubjektiv vergleichbare Geltungsgehalte sind immer in Raum und Zeit als existierend demonstrationsbedürftig.
5.4.1.1. Was immer wirklich sein kann, muß als intersubjektiv gültig im Wirklichkeitsgeschehen dingfest gemacht werden können.
5.4.1.1.1. Was immer im Wirklichkeitsgeschehen dingfest gemacht werden können soll, ist an historische Situationen gebunden.
5.4.1.1.1.1. Die Wirklichkeit kann also Geltung immer nur in historischen Situationen bekommen, erschöpft sich dabei aber nicht in Situativität.
5.4.1.1.1.1.1. Ereignishafte Wirklichkeit kann schon deshalb nicht alles Wirkliche sein, weil es ereigniskonstantes Wirkliches gibt.
5.4.1.1.1.1.1.1. Unbedingt ereigniskonstantes Wirkliches ist im weitesten Sinn alles nur mögliche und abstrakte Wirkliche.
5.4.1.1.1.1.1.2. Bedingt ereignishaft konstantes Wirkliches ist alles Materielle, dessen Gegebenheit Ereignisse zuordenbar machen.
5.4.1.1.1.1.2. Unbedingter Prophetismus, Historismus und apokalyptisches Denken übersehen die realen Möglichkeiten von Wahrhscheinlichkeitsaussagen.
5.4.1.1.1.1.3. Die Verabsolutierung des Ereignischarakters von Sein beim späten Heidegger impliziert Verantwortungslosigkeit.
5.4.2. Wirklichkeitsbedeutungen meinen ereignishaft alles das, was als bedingtes Sein so und nur so möglich ist.
5.4.2.1. Bedingtes so und nur so mögliches Sein ist immer alles das, was den Bedingungen der Möglichkeit von Ereignishaftigkeit genügt.
5.4.2.1.1. Den Bedingungen der Möglichkeit der Ereignishaftigkeit genügt, was in Raum und Zeit horizont- und situationsgemäß notwendig ist.
5.4.2.2. Wirklichkeit, die nicht den Bedingungen der Möglichkeit von Ereignishaftigkeit genügt, meint Wirkliches, das zufällig ist.
5.4.2.2.1. Zufälliges Wirkliches meint eine Wirklichkeit, die in letzter Instanz unbegreifbar ist.
5.4.2.2.2. In letzter Instanz unbegreifbare Wirklichkeit ist nichts Außerwirkliches, sondern die harte Realität der Irrationalität des Wirklichen.
5.4.3. Bedingungen der Möglichkeit von Wirklichkeit sind nur das Wirkliche, das etwas Notwendiges ist.
5.4.3.1. Es gibt aber das Kontingente, das nirgendwo herleitbar ist.
5.4.3.1.1. All das gibt es wirklich als das Chaos, das in Begriffe geliedert werden kann, nicht aber in ihnen aufgeht.
5.4.4. Ereignishaft meint Wirklichkeit also immer etwas Wirkliches als referierbar existierendes Nachweisbares.
5.4.4.1. Etwas Wirkliches verwirklicht sich ereignishaft stets als eine nachweisbare aktive oder passive Entität unter Entitäten.
5.4.4.1.1. Jede ereignishafte Rekonstruktion aber der Wirklichkeit als Wirkliches stößt an die Grenzen des Gegenwärtigen.
5.4.4.1.1.1. Die Grenzen des Gegenwärtigen zeigen sich in Horizont und Situativität eines Wirklichen, das nur im Übergang ist.
5.4.4.1.1.1.1. Die Übergangsgegenwart überblickt weder Anfang noch Ende und muß deshalb sich ständig erneuernd behaupten.
5.4.4.1.1.1.1.1. Sich ständig erneuernd behauptend ist sie ein Wirklichkeitsumschlagplatz, auf dem pausenlos Mögliches in Notwendiges verwandelt wird.
5.4.4.1.1.1.1.1.1. Gegenwwärtig Wirkliches ist Vermittlungswirkliches von möglichem und notwendigem als abgeschlossenem Wirklichen.
5.4.4.2. Die Geschichtsideologien seit dem naiven Aufklärungsoptimismus und dem Deutschen Idealismus haben diese Grenzen nicht beachtet.
5.4.4.2.1. Die Evolutionstheorie Darwins und die Klassenkampftheorie von Karl Marx können keine verbindlichen Zukunftsaussagen begründen.
5.4.4.3. Alle ereignishafte Wirklichkeit meint, was als etwas Wirkliches geschieht, weil es den Bedingungen seiner Möglichkeit entspricht.
5.4.5. Für die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit überhaupt hat Kant das Wort "Transzendentalität" geprägt.
5.4.5.1. Die Unhintergehbarkeit der Ereignishaftigkeit wird seit dem achzehnten Jahrhundert immer öfter behauptet, aber nur einseitig belegt.
5.4.5.1.1. In der Postmoderne ist die Einsicht in die Ereignishaftigkeit der Wirklichkeit zum Freibrief für Unverbindlichkeit verkommen.

5.5. Ereignishafte Wirklichkeit aller Wirklichkeitsbedeutungen ist das, was "ist", weil es sein kann.
5.5.1. Was "ist", weil es sein kann, ist immer alles zusammen, was überhaupt sein kann.
5.5.1.1. Was immer zusammen überhaupt wirklich sein kann, muß allen denkbaren Wirklichkeitsbedeutungen ineins genügen können.
5.5.1.1.1. Was immer allen Wirklichkeitsbedeutungen ineins genügen kann, ist das Sein als ihre Zusammenfassung.
5.5.1.1.1.1. Die Wirklichkeit ist also immer zusammenfassend alles das, was überhaupt sein kann, "ist" aber mehr als nur Sein.
5.5.1.1.1.1.1. Seinshafte Wirklichkeit kann schon deshalb nicht die ganze Wirklichkeit sein, weil sie nur identifizierte Wirklichkeit ist.
5.5.1.1.1.1.1.1. Nichtidentifizierte Wirklichkeit ist nicht nichts, sondern das Vorgängige.
5.5.1.1.1.1.2. Martin Heideggers Seinsdenken versäumt es, Voraussetzungen und Implikationen des Sinns von Sein vorgängig zu klären.
5.5.2. Wirklichkeitsbedeutungen meinen als Sein alles das, was als die Bedingungen von Sein zusammenfassend überhaupt nur möglich sind.
5.5.2.1. Was als Bedingungen von Sein zusammenfassend überhaupt nur möglich ist, meint die Synthese aller Wirklichkeitsbedeutungen.
5.5.2.1.1. Die Synthese aller Wirklichkeitsbedeutungen gelingt, wenn die überhaupt möglichen Wirklichkeitsbedeutungen in einer Bedeutung erfaßt sind.
5.5.2.2. Wirklichkeit, die nicht in einer einheitlichen Wirklichkeitsbedeutung zusammengefaßt werden kann, meint nur partikulares Wirkliches.
5.5.2.2.1. Partikulares Wirkliches meint eine Wirklichkeit, die in letzter Instanz als eine Wirklichkeitsmodifikation begriffen werden muß.
5.5.2.2.2. In letzter Instanz als Wirklichkeitsmodifikation zu Begreifendes ist nichts Minderwirkliches, sondern die bestimmte Wirklichkeit.
5.5.3. Die bestimmte Wirklichkeit ist das Wirkliche, das begrifflich mit anderem Wirklichen "in Wirklichkeit" vermittelt ist.
5.5.3.1. Es gibt aber das Wirkliche, das mit keinem anderen Wirklichen mehr vermittelbar ist.
5.5.3.1.1. All das gibt es wirklich als das schlechthin Unbedingte, das als Faktum der Vernunft hingenommen werden muß.
5.5.3.1.1.1. Die schlechthin unbedingte Wirklichkeit ist die transzendentale Wirklichkeit der Wirklichkeitsbedeutungen.
5.5.3.1.1.1.1. Transzendentale Wirklichkeit meint das, was sie als Ursprung und Offenbarung für uns erkenntnismäßig wunderbar ist.
5.5.3.1.2. Das schlechthin Unbedingte zeigt sich transzendental als das, was Transrealität im Dasein klärend bedeutet.
5.5.3.1.2.1. Subjektiv meint Transzendentalität letzte Kontingenz, weltlich Bedingungsmöglichkeit, intersubjektiv Axiomatik, ereignishaft Immersein.
5.5.3.1.2.2. Alles zusammen deutet Transzendentalität auf Transzendenz, deren rationale Unableitbarkeit sie antinomisch begründet.
5.5.3.1.2.2.1. Rational verweist transzendentale Begreifbarkeit immer auf die Wirklichkeit des Unbegreifbaren.
5.5.4. Als Sein meint Wirklichkeit also immer etwas Wirkliches als begrifflich wahre transzendentale Wirklichkeitsbedeutung.
5.5.4.1. Wirklichkeit, die als Sein überhaupt sein kann, ist dies unter der Voraussetzung seiner transzendentalen Begreifbarkeit.
5.5.4.1.1. Wenn Sprache nicht mit der ganzen Wirklichkeit verwechselt wird, kann Sein als das, was überhaupt sein kann, begrifflich gesucht werden.
5.5.4.1.1.1. Die begriffliche Suche nach dem Sein, das überhaupt sein kann, ist der transzendentale Weg.
5.5.4.1.1.1.1. Der transzendentale Weg folgt nicht der Sprache bzw Logik allein, sondern der Reflexion.

5.5.4.2. Die vielen transzendentalen Nachfolgeversuche seit Kant haben diese Grenzen nicht beachtet.
5.5.4.2.1. Der Neukantianismus seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat die Grenzen wissenschaftsgläubig methodologisch entschärft.
5.5.4.2.1.1. Die methodologische Entschärfung der Grenzen der Transzendentalität präsentierte sich als Erkenntnistheorie.
5.5.4.2.2. Die vielen neueren Transzendentalversuche scheitern an der nachzuweisenden Unbedingtheit in bescheidener Quasitranszendentalität.
5.5.4.3. Etwas Wirkliches meint als Sein stets den Begriff von etwas, der die Bedingungen der Möglichkeit von Wirklichkeit erfüllt.
5.5.4.3.1. Jede seinshafte Explikation aber der Bedingungen der Möglichkeit von Wirklichkeit stößt an die Grenzen der Explikationsvoraussetzungen.
5.5.4.3.1.1. Grenzen der Explikationsvoraussetzungen sind die Unhintergehbarkeit von Wirklichkeit und Selektivität der Explikation.
5.5.4.3.1.1.1. Die unhintergehbare Wirklichkeit zwingt zur Grenz-, die Selektivität zur Voraussetzungsexplikation.
5.5.5. Alles, was sein kann, ist dies, weil es den Bedingungen der Möglichkeit von allem Seinkönnen genügt.
5.5.6. Kants Transzendentalphilosophie hat das Seinkönnen des Seins zuerst expliziert.
5.5.6.1. Kants Kategorienbegriffe blieben allerdings vordergründig auf letzte Urteilsschemata begrenzt.
5.5.6.1.1. In Kants Urteilsschemata tauchen Intersubjektivität und Ereignishaftigkeit nicht explizit auf, Subjektivität und Sein erscheinen zwiespältig.
5.5.6.1.1.1. Die Zwiespältigkeit der Subjektivität rührt von Kants Einführung des Apriori her, die des Seins, von seinem metaphysischen Formalismus.
5.5.6.2. Jaspers' Philosophie des Umgreifenden im Anschluß an Kant orientiert sich ausschließlich an einer Explikation der Subjekt-Objekt-Beziehung.
5.5.6.2.1. In Jaspers' Explikation bleibt die Intersubjektivität unterbelichtet und die Subjektivität wird existenziell überhöht.
5.5..6.2.1.1. Beides rührt von Jaspers' phänomenologischer Grundsicht (Intersubjektivität) und selbstreflektierter Letzsicht (Subjektivität) her.

5.6. Wenn es eine Seinsbestimmung von Wirklichkeit als etwas gibt, muß es sie auch für etwas Wirkliches als Wirklichkeit geben.
5.6.1. Wirklichkeitsbedeutungen müssen für die Wirklichkeit allgemein gleich wie im besonderen Sinn gelten.
5.6.1.1. Es kann nicht sein, daß Wirklichkeit etwas bedeutet, was das Wirkliche nicht seinerseits kennzeichnet.
5.6.2. Das Wirkliche muß im besonderen das bedeuten, was die Wirklichkeit allgemein meint.
5.6.2.1. Allgemeine Wirklichkeitsbedeutungen müssen sich in einer präzisierten Form im Wirklichen wiederholen.
5.6.2.1.1. Die Wiederholung allgemeiner Wirklichkeitsbedeutungen im besonderen Wirklichen entspricht einer asymmetrischen Bedeutungsspiegelung.
5.6.2.1.1.1. Die Bedeutungsspiegelung ist asymmetrisch, weil die Reproduktion fortlaufend zu genaueren Unterscheidungen führen muß.
5.6.3. Was das Wirkliche als Besonderes der Wirklichkeit bedeutet, muß sich einer Bedeutungsanalyse erschließen können.
5.6.4. Die Bedeutungsanalyse des Wirklichen findet ihre intersubjektive Evidenz als Bestimmungssausdifferenzierung.
5.6.4.1. Insofern Wirklichkeitsbedeutungen als bestimmtes Sein expliziert werden, können sie in Gedankenexperimenten getestet werden.
5.6.4.1.1. Testbar verglichen werden dabei Bestimmungsumfänge und Bestimmungsinhalte.
5.6.4.1.1.1. Verglichen werden weitere und engere Bestimmungen (Umfang), unbestimmtere und bestimmtere Bedeutungen (Inhalt).
5.6.4.1.1.1.1. Weitere Bestimmungen lassen sich von engeren aufgrund von Selbstwidersuchsfreiheit intersubjektiv evident trennen.
5.6.4.1.1.1.2. Unbestimmtere und bestimmtere Bedeutungen lassen sich aufgrund von analytischen Zuordnungen gliedern.

5.6.4.2. Was Sein immer bedeutet, ist das, ohne was Sein als Sinn selbstwidersprüchlich wäre.
5.6.4.2.1. Sein würde selbstwidersprüchlich, wenn das Wort "Sein" Widersprüchliches bedeuten würde.
5.6.4.2.1.1. Sein würde Widersprüchliches bedeuten, wenn etwas, das ist, zu viel oder zu wenig bedeutet.
5.6.4.2.1.1.1. Etwas, was ist, bedeutet zu viel oder zu wenig, wenn sein Sinn entweder über- oder unterbestimmt ist.
5.6.4.2.1.2. Der Sinn von etwas ist richtig bestimmt, wenn die Bedeutungen den Sinn von "Etwas" erschöpfen.
5.6.4.2.1.3. Sein ist nicht selbstwidersprüchlich, wenn das, was identisch "ist", alles ist, was es sein kann.

5.6.5. Die transzendentale Wirklichkeit hat eine verstehbar-positive und unverstehbar-negative Seite.
5.6.5.1. Die verstehbare Seite zeigt sich in dem, was wir mit dem Wort "Wirklichkeit" in seiner Unhintergehbarkeit eigentlich meinen, wenn wir es nennen.
5.6.5.1.1. Indem wir "Wirklichkeit" eine Bedeutung geben, reden wir über sie als etwas Bestimmtes, gegen das argumentiert werden kann.

5.6.5.2. Die unverstehbare Seite zeigt sich in dem, was mit dem Sinn des Wortes "Wirklichkeit" als unhintergehbar nur angedeutet ist.
5.6.5.2.1. Indem wir bei "Wirklichkeit" das nur Bedeutete anerkennen, reden wir über sie als etwas Bestimmtes, über das nur noch spekuliert werden kann.
5.6.5.2.1.1. Über Wirklichkeit als etwas spekulativ Bestimmtes reden heißt, ein Bestimmbares anzeigen, nicht es verifizierend postulieren.
5.6.5.2.1.1.1. Wenn z.B. Wirklichkeit als Paradox bezeichnet wird, fehlt dafür nicht nur Deutung, sondern auch der gedeutete Interpretationsbezug.

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6) Wirklichkeitsanalyse ist explikatorische Bedeutungsanalyse von Seinsdefinitionen.

6.1. Wirklichkeitsbedeutungen, die indikativ ausgewiesen sind, sind explikativ analysierbar.
6.1.1. Unhintergehbare Wirklichkeit muß in einem bestimmten Sinn beim Namen genannt werden, um etwas überhaupt bedeuten zu können.
6.1.1.1. Wenn nicht näher angegeben wird, was mit dem Wort "Wirklichkeit" gemeint ist, ist entweder alles oder nichts gesagt (vgl 2.1.).
6.1.1.1.1. Diese Forderung impliziert keinen Reduktionismus, weil damit noch keine elementare Basis vorausgesetzt werden muß.
6.1.1.1.2. Diese Forderung impliziert auch noch keine metasprachliche Transskription, weil diese eine "Metawirklichkeit" voraussetzen würde.
6.1.1.1.3. Schon gar nicht ist die Aufforderung impliziert, ad hoc eine Handlungsverifikation zu vollziehen.
6.1.1.1.3.1. Denn wie sollte eine Handlung aussehen, mit der wir uns auf Wirklichkeit schlechthin beziehen könnten?
6.1.1.1.3.1.1. Alle Definitionstheorien im Anschluß an den späten Wittgenstein scheitern an der unhintergehbaren Wirklichkeit!
6.1.2. Wirklichkeitsbedeutungen sind Verständnisbehauptungen dessen, was mit etwas als letzthin Unhintergehbarem gemeint ist.
6.1.2.1. Der Sinn von "Unhintergehbarkeit" kann dabei nicht von irgendetwas "Hintergehbarem" her bestimmt werden.
6.1.2.2. Das Verständnis von "Unhintergehbarkeit" entspricht einer Letztevidenz, über die hinaus nichts mehr gedacht werden kann.
6.1.3. Wirklichkeitsbedeutungen als Verständnisbehauptungen beziehen sich auf die ganze Wirklichkeit.
6.1.3.1. Der umgangssprachliche Gebrauch von "Wirklichkeit"als "Jetzt und Hier" muß in dieser Hinsicht korrigiert werden.
6.1.3.2. Schon gar nicht können Wirklichkeitbehauptungen die ganze Wirklichkeit meinen, die nur Abstraktionen des Konkreten gelten lassen wollen.
6.1.3.3. Genausowenig können subjektive Behauptungen, die auch noch selektiv-wertend sind, die ganze Wirklichkeit meinen.
6.1.3.4. Verständnisbehauptungen, die sich deshalb auf die ganze Wirklichkeit beziehen, bleiben hypothetisch und spekulativ.
6.1.3.4.1. Diese Behauptungen sind insofern unbedingt, als sie argumentativ völlig ungeschützt sich auszuweisen haben.
6.1.4. Wirklichkeitsbedeutungen der ganzen Wirklichkeit nennen Wirklichkeit als etwas Wirkliches.
6.1.4.1. Indem Wirklichkeit eine Bedeutung bekommt, meint sie als etwas Bedeutetes nicht mehr die ganze Wirklichkeit (vgl 3.1).
6.1.4.1.1. Bedeutete Wirklichkeit ist immer nur eine Sinnwirklichkeit, nicht Wirklichkeit an und für sich selbst.
6.1.5. Wirklichkeitsbedeutungen als etwas Wirkliches meinen Wirklichkeit aber nicht als etwas Wirkliches.
6.1.5.1. Indem bedeutete Wirklichkeit zu etwas Wirklichem wird, bleibt sie im Wirklichen als nur bedeutete Wirklichkeit.
6.1.5.1.1. Wirklichkeitsbedeutungen sind also wirklich, indem sie Wirklichkeit in Wirklichem rekonstrierend zu spiegeln suchen.
6.1.6. Wirklichkeitsbedeutungen sind deswegen reine Interpretationen und keine Wirklichkeitsformen.
6.1.6.1. Sie interpretieren die Wirklichkeit so, daß diese uns von einer Metabedeutung her plausibel verständlich wird.
6.1.6.1.2. Wirklichkeitsbedeutungen haben es immer nur mit Interpretationen zu tun, niemals mit so etwas wie Rohbedeutungen.
6.1.7. Letzte Wirklichkeitsbedeutungen fügen sich keiner vorgängigen Rohbedeutung oder Wirklichkeitsauslegung.
6.1.7.1 Sie fügen sich deswegen auch keiner vorgängigen Logik, Sprache, Semantik, Gegenständlichkeit, Phänomenologie usw.
6.1.7.2. Sie lassen sich deswegen auch nicht auf Systeme von Strukturen, Sätzen, Urteilen oder Texte reduzieren.
6.1.7.2.1. Überall wird heute aber Wirklichkeit immer noch nicht als Wirklichkeit interpretiert, sondern als etwas sekundär Abgeleitetes.
6.1.7.2.1.1. Ein Großteil der philosophischen Sekundärliteratur besteht nur in der Neuverpackung primärer Gedanken in sekundäre.
6.1.7.2.1.1.1. Die akademische Herrschaft der Schulphilosophien stützt sich geradezu auf diese Praxis.

6.2. Wirklichkeitsbedeutungen lassen sich fortlaufend im bestimmten Unterschied prädikativ präzisieren.
6.2.1. Prädikative Präzision von Wirklichkeitsbedeutungen nennt erläuternd das Besondere des Allgemeinen.
6.2.1.1. Das Bedondere des Allgemeinen von Wirklichkeitsbedeutung meint das Konkrete im Allgemeinen.
6.2.1.1.1. Alle Präzision von Wirklichkeitsbedeutungen erfolgt im Medium des Allgemeinen als allgemeine Entsprechung von Konkretem.
6.2.1.1.1.1. Prädikative Präzisionen von Wirklichkeitsbedeutungen erfassen das Individuelle nur im allgemeinen Schema.
6.2.1.1.1.1.1 Prädikative Präzision der Wirklichkeitsbedeutung von Sokrates kann nur eine allgemeine Eigenschaft sein, nicht seine Einmaligkeit.
6.2.2. Präzisionen von Wirklichkeitsbedeutungen sind als Besonderes des Allgemeinen Bedeutungserläuterungen eines unbestimmt Indizierten.
6.2.2.1. Unbestimmt Indiziertes ist etwas als Zeichen durch Namen, Wort, Aussage und Sinnassoziationen vertretbar Vermitteltes.
6.2.2.2. Bedeutungserläuterungen sind etwas als Zeichen, durch Namen, Wort, Aussage und Sinnassoziation interpretierend Bestimmendes.
6.2.2.3. Als interpretierend Bestimmendes eines vertretbar Vermittelten sind Wirklichkeitsbedeutungen Bedeutungsangaben von Bedeutungsvorgaben.
6.2.3. Als Bedeutungsangaben von Bedeutungsvorgaben bleibt Wirklichkeitspräzision Bedeutungswirklichkeit.
6.2.3.1. Als Bedeutungswirklichkeit können in Wirklichkeitspräzision Gegenständlichkeit, Phänomenalität oder Sinnlichkeit auch nur Bedeutung sein.
6.2.3.1.1. Wirklichkeitspräzisionen vermitteln die Wirklichkeit nicht gegenständlich, phänomenal oder sinnlich, sondern nennen nur deren Bedeutung.
6.2.3.2. Bedeutungswirklichkeit repräsentiert Wirkliches im Sprachlichen, das Intendiertes nur indirekt anzeigt, nicht direkt reproduziert.
6.2.3.2.1. Indirekt anzeigende Bedeutungswirklichkeit simuliert unter eigenen Voraussetzungen etwas, was ganz anders gemeint ist.
6.2.3.2.1.1. Das eigentlich Wirkliche ist im Medium des Sprachlichen das ganz anders Gemeinte als das, vom dem die Rede ist.
6.2.4. Wirklichkeitspräzision als Bedeutungswirklichkeit sagt genauer, was wir mit etwas letzthin Unsagbaren immer genauer meinen.
6.2,4.1. Wirklichkeitspräzisionen sagen genauer, was prinzipiell Unsagbares bestimmter bedeutet.
6.2.4.1.1. Die bestimmtere Bedeutung des prinzipiell Unsagbaren steht unter Prämissen und bezieht sich auf Unterstelltes.
6.2.4.1.1.1. Die Prämissen der Wirklichkeitspräzision sind die gesuchten Bedeutungsimplikationen des Ausgangswirklichen.
6.2.4.1.1.2. Die Unterstellungen der Wirklichkeitspräzision sind die Ausgangsannahmen über interpretationsbedürftiges Wirkliches.
6.2.4.1.1.2.1. Über Ausgangsannahmen des Interpretationsbedürftigen können wir uns nie ganz sicher sein im gemeinten Sinn.
6.2.4.1.1.2.2. Über die Interpretationsrichtigkeit der Ausgangsannahmen müssen wir uns im Sprachgebrauch rückversichern.
6.2.4.1.1.2.2.1. Wirklichkeitspräzisionen scheinen uns dann korrekt, wenn sie etwas essentiell Notwendiges der Ausgangsannahme nennen.
6.2.5. Mit letzthin Unsagbarem meinen wir immer genauer das, was zum Unterstellten so gehört, daß es ohne diese Bedeutung seinen Sinn verliert.
6.2.5.1. Das unterstellte Wirkliche verliert seinen Sinn, wenn es notwendig als die weitere Bedeutung der Deutung nachgewiesen wird.
6.2.5.1.1. Etwas wird als die weitere Bedeutung der Deutung notwendig nachgewiesen, wenn die Deutung ihr konstitutiver Bestandteil ist.
6.2.5.1.1.1. Die Deutung ist als ein konstitutiver Bestandteil notwendig, bei einem zwingenden Zusammenhang zwischen Deutung und Bedeutetem.
6.2.5.1.1.1.1. Einen zwingenden Zusammenhang zwischen Deutung und Bedeuteten gibt es nur, wenn das Unsagbare Bedeutete zwingend wäre.
6.2.6. Weil das Bedeutete prinzipiell unsagbar ist, bleibt auch die Deutung analytisch problematisch.
6.2.6.1. Es scheinen nur unterschiedliche Wirklichkeitsdeutungen möglich, nicht die Wirklichkeitsdeutung überhaupt.
6.2.6.2. Ein Ausweg aus dem Deutungsparadox zeigt sich, wenn Wirklichkeit überhaupt als Unhintergehbarkeit konsistent Deutungsausgang bleibt.
6.2.6.2.1. Bleibt Wirklichkeit überhaupt konsistent Deutungsausgang, dann bleibt auch das prinzipiell Unaussagbare anlytisch im Blick.
6.2.6.3. Wenn Wirklichkkeitsdeutungen konsistent den Sinn der prinzipiellen Unaussagbarkeit präzisieren, können sie intersubjektive Ansprüche erfüllen.
6.2.6.3.1. Die intersubjektiven Ansprüche beziehen sich dann auf das, was Wirkliches als prinzipiell Unsagbares ist oder auch nicht ist.
6.2.6.4. Wirklichkeitsdeutungen genügen intersubjektiven Ansprüchen als Analysen dessen, was unhintergehbare Wirklichkeit nur sein kann.

6.3. Präzisierbare Wirklichkeitsbedeutungen sind klassifikatorisch entscheidbar im Medium des Allgemeinen.
6.3.1. Analytische Wirklichkeitsbedeutungen bedürfen der Rechtfertigung und müssen deshalb nachweislich ausweisbar sein.
6.3.2. Ausweisbare Wirklichkeit ist je etwas Wirkliches, dessen namentliche Feststellung widerspruchsfrei möglich ist.
6.3.2.1. Mögliche Widerspruchsfreiheit von Bedeutungswirklichem meint analytisch das Sosein der Wirklichkeit.
6.3.2.1.1. Das Sosein der Wirklichkeit meint diese als je etwas Wirkliches unter der Prämisse, daß jedes Etwas identisches Wirkliches ist .
6.3.2.2. Identitätsbestimmung von Wirklichkeit als je etwas Wirklichem verlangt zureichende Unterscheidungsmerkmale.
6.3.2.2.1. Analytisch zureichende Unterscheidungsmerkmale der Wirklichkeisanalyse sind parallele Wirklichkeitsbedeutungen.
6.3.2.2.2. Parallele Wirklichkeitsbedeutungen müssen wahrhaftig, richtig und evident als je unbedingt Wirkliches unterschieden sein.

6.3.3. Der Ausweis von Identität als widersspruchsfrei verlangt Merkmalsangaben, die Wirkliches von anderem Wirklichem eindeutig trennen.
6.3.3.1. Zur eindeutigen Unterscheidung des Wirklichen vom Wirklichen bedarf es nur der Minimalunterschiede in Bezug auf Wirklichkeit.
6.3.3.2. Die analytische Gliederung der Wirklichkeitsbedeutungen erübrigt den prinzipiell unendlichen Vergleich von Wirklichem untereinander.

6.3.3.2.1. Analytisch gegliederte Wirklichkeitsbedeutungen sind über die einheitliche Bedeutung von Wirklichkeit miteinander verbunden.
6.3.3.3. Analytisch gegliederte Wirklichkeitsbedeutungen sind über eindeutig unterscheidbare Namen des Wirklichen mit Wirklichkeit verbunden.
6.3.3.3.1. Alles namentlich Wirkliche ist eindeutig, wenn die Wortbedeutungen untereinander unverwechselbar sind.
6.3.3.3.1.1. Wirklichkeitswortbedeutungen sind unverwechselbar gekennzeichnet, wenn sie Kontrollen standhalten.
6.3.3.3.1.1.1. Analysierte Wirklichkeitsnamen halten Kontrollen stand, wenn ihre Bedeutungsimplikationen nicht mit anderen kollidieren.
6.3.3.3.1.1.1.1. Analysierte Wirklichkeitsnamen kollidieren nicht mit anderen, wenn sie wirklich einmalig sind und einmalig wirklich.
6.3.3.3.1.1.1.1.1. Wirkliche Einmaligkeit von Wirklichkeitsnamen verbürgt die Unverwechselbarkeit des Gemeinten.
6.3.3.3.1.1.1.1.2. Einmalige Wirklichkeit verbürgt den korrekten Wirklichkeitsbezug des Bedeutungsnamens.

6.3.4. Die Widerspruchsfreiheit von Wirklichkeitsanalysen ist eindeutig entscheidbar.
6.3.4.1. Wirklichkeitsbedeutungen können analytisch "eindeutig" auf Wirklichkeit zurückgeführt werden.
6.3.4.1.1. Die mögliche Eindeutigkeit wurzelt in der zwingenden Zuordenbarkeit zur Ausgangsbedeutung "Wirklichkeit".
6.3.4.1.2. Die analytische Zuordnung zur Ausgangsbedeutung reproduziert sich im klassischen Sinn über genus proximum und differencia specifica.
6.3.4.1.3. Die analytische Zuordnung erhält sich reproduktiv durch die identische Wiederkehr der Ursprungsbedeutungen von Wirklichkeit.
6.3.4.1.4. Das Kriterium der analytischen Namensfindung ist die Einmaligkeit im Vergleich und Unausweichlichkeit im Bezug.
6.3.4.1.4.1. Einmaligkeit im Vergleich erweist sich definitiv in Abgrenzung von anderen Ausdifferenzierungen und antizipativ im Blick auf offenstehende.
6.3.4.1.4.2. Unausweichlichkeit im Bezug erweist sich als Alternativlosigkeit von Namensfindungen für einen bestimmten Analyseplatz.
6.3.5. Analytische Wirklichkeitsaussagen sind wertfrei im Sinne Max Webers.
6.3.5.1. Als wertfreie Bedeutungsanalysen sind sie bedingt und entsprechen allen Anforderungen an Objektivität.
6.3.5.2. Als objektive Wirklichkeitsrepräsentationen sind Bedeutungsanlysen kontrollierbar.
6.3.5.2.1. Der Kontrollierbarkeit unterliegen dabei: Namensfindung, Selbstidentität und Vollständigkeit der Begriffsinterpretationen.
6.3.6. Die Eindeutigkeit analytischer Wirklichkeitsbedeutungen ist im Gedankenexperiment testbar.
6.3.6.1. Nicht Verifikation kann dabei das Endziel sein, sondern allein der Nachweis von Nichtfalsifiziertheit.
6.3.6.1.1. In dieser Hinsicht hatte Karl Popper in der Tradition der neueren Analytischen Philosophie klar die besseren Argumente.
6.3.6.2. Auch der Nachweis der Nichtfalsifizierbarkeit überhaupt kann nicht endgültig erbracht werden.
6.3.6.2.1. In dieser Hinsicht kann selbst die Nichthintergehbarkeit von Wirklichkeit nicht als endgültig behauptet werden.
6.3.6.3. Im Status grundsätzlicher Testbarkeit der Wirklichkeitsbedeutungen ist alles falsifizierbar.
6.3.6.3.1. Jede Zuordnung von Wirklichkeitsbedeutungen ist deswegen grundsätzlich vorläufig, weil konstruktiv revidierbar.
6.3.6.3.2. Analytische Wirklichkeitsbedeutungen sind provisorische Konstrukte, die für sich stehen, weil sie für jeden kritisch nachvollziehbar sind.
6.3.6.3.2.1. Gegen Karl Popper werden dabei aber nicht Theorien empirisch getestet, sondern Sinnidentitäten auf ihre Konsistenz geprüft.
6.3.6.3.2.2. Außerdem bleibt die Analyse konsequent in der Welt der Bedeutungen und bedarf keiner Reduktion auf sogenannte Basissätze.

6.4. Entscheidbare Wirklichkeitsanalysen sind Wirklichkeitsexplikationen im Medium des Allgemeinen.
6.4.1. Wirklichkeitsexplikationen sondern Wirklichkeit als je etwas allgemeines Wirkliches.
6.4.1.1. Wirklichkeit als gesondertes allgemeines Wirkliches meint das Insgesamt bestimmt unterschiedener Wirklichkeitsbedeutungen.
6.4.1.1.1. Wirklichkeitsbedeutungen sind bestimmt unterschieden, wenn sie aufeinander nicht zurückführbar sind.
6.4.1.1.1.1. Wirklichkeitsbedeutungen sind semantisch autonom, wenn ihr Sinn Wirkliches in einer unhintergehbaren Bedeutung meint.
6.4.1.1.1.2. Wirklichkeitsbedeutungen sind phänomenal autonom, wenn ihre Repräsentation eine letzte Allgemeinheit symbolisiert.
6.4.1.1.1.3. Wirklichkeitsbedeutungen sind analytisch autonom, wenn ihre Prämissen aus Wirklichkeit zwingend folgen.
6.4.1.1.1.4. Wirklichkeitsbedeutungen sind empirisch autonom, wenn ihre Referenz auf Wirkliches überhaupt bezogen bleibt.
6.4.1.1.1.5. Wirklichkeitsbedeutungen sind dialektisch autonom, wenn sie Wirklichkeit als etwas Wirkliches unbedingt beim Namen nennen.
6.4.2. Wirklichkeit als je etwas allgemeines Wirkliches "ist" die Wirklichkeit unter diesem oder jenem Gesichtspunkt.
6.4.2.1. Wirklichkeit unter diesem oder jenem Gesichtspunkt ist dies im überhaupt umfassendsten Sinn.
6.4.2.1.1. Wirklichkeit als je etwas Wirkliches ist dies zugleich im umfassendsten und ausschließlichsten Sinn.
6.4.2.2. Was Wirklichkeit im umfassendsten und ausschließlichtsen Sinn ist, ist ihre Seinsbedeutung.
6.4.3. Wirklichkeit unter diesem oder jenem Gesichtspunkt meint ihre Seinsbedeutung.
6.4.3.1. Seinsbedeutungen von Wirklichkeit sagen, was Wirklichkeit in bestimmter Bedeutung als etwas Wirkliches "ist".
6.4.3.1.1. Was als etwas Wirkliches in bestimmter Bedeutung "ist", ist die identifizierte Wirklichkeit kraft ihrer Bedeutungen.
6.4.3.1.2. Kraft ihrer Bedeutungen identifizierte Wirklichkeit "ist" dies als die Summe der sinngemäßen Minimalbedeutungen.
6.4.4. Seinsbedeutungen der Wirklichkeit meinen Synthesen von Minimalbedeutungen von Wirklichkeit.
6.4.4.1. Minimalbedeutungen von Wirklichkeit erfüllen den Sinn von Wirklichkeit als etwas Wirkliches.
6.4.4.1.1. Der Sinn von Wirklichkeit als etwas Wirkliches meint all das, was Wirklichkeit jeweils zur Wirklichkeit macht.
6.4.4.1.1.1. Was Wirklichkeit jeweils zur Wirklichkeit macht, sind die Bedeutungsvoraussetzungen, ohne die "Wirklichkeit" sinnwidrig wird.
6.4.4.1.1.1.1. Bedeutungsvoraussetzungen, ohne die Wirklichkeit sinnwidrig wird, sind die Bedingungen ihrer sinnhaften Möglichkeit.
64.5. Wirklichkeitsanalyse expliziert Seinsbedeutungen als Synthesen von Minimalbedeutungen der Bedingung der Möglichkeit von Wirklichem.
6.4.5.1 Minimalbedeutungen der Bedingung der Möglichkeit von Wirklichem entsprechen den Bedingungen der Möglichkeit von Wirklichkeit.
6.4.5.2. Die bedeutungsmäßigen Bedingungen der Möglichkeit von Wirklichkeit entsprechen denen von je etwas Wirklichem.
6.4.5.2.1. Bedeutungsmäßige Entsprechungen meinen die Wiederholung von Wirklichkeitsbedeutungen unter besonderen Gesichtspunkten.
6.4.5.2.1.1. Die besonderen Gesichtspunkte von je etwas Wirklichem ergeben sich analytisch aus der Wirklichkeitsexplikation.
6.4.6. Wirklichkeitsanalysen definieren die Wirklichkeit in Seinsbedeutungen als je etwas bestimmtes Wirkliches.

6.5. Wirklichkeitsexplikationen sind semantische Ausdeutungen des weitestgehenden Sinns von Wirklichkeit als Wirklichkeitsdefinition.
6.5.1. Wenn unhinterfragbare Wirklichkeit als Begriff ohne Bedeutungsverlust nicht mehr darstellbar ist, so gilt das für das Sein nicht.
6.5.1.1. Das Sein ist der überhaupt weiteste Begriff, weil alles, was begrifflich faßbar ist, zwar nicht Wirklichkeit, aber Sein sein muß.
6.5.1.1.1. "Sein", als der überhaupt weistest denkbare Begriff, ist deswegen auch noch ganz inhaltsleer, was Kant richtig gesehen hat.
6.5.1.1.1.1. So wie das Wirkliche aber allem Sein, so muß alles Sein dem Begrifflichen zugrundeliegen. Begriffe sagen, was eindeutig bestimmt "ist".
6.5.2. Wirklichkeitsanalyse ist tranzendentale Analyse im Sinne Kants, weil sie das schlechthin Unbedingte expliziert.
6.5.2.1. Weil Wirklichkeit unhintergehbar ist, bezieht sich ihre Analyse auch auf Unhintergehbares und ist insofern alternativlos.
6.5.2.1.1. Die Alternativlosigkeit der Wirklichkeitsanalyse ist ein Apriori in Bezug auf Wirklichkeit, nicht auf etwas bloß Wirkliches.
6.5.2.2. Wirklichkeitsanalyse kann keine Wirklichkeitstheorie sein, die es nur jeweils mit etwas bestimmtem Wirklichen zu tun haben könnte.
6.5.3. Was so extensional (umfangsbegrifflich) noch ganz inhaltsleer ist, wird intensional (inhaltsbegrifflich) immer genauer beim Namen genannt.
6.5.3.1. "Wirklichkeit" umfaßt extensional Unendliches an möglichen Fällen und bedeutet in letzter Bestimmung Unendliches an unterschiedenen Nuancen.
6.5.3.1.1. Die extensionale Ausgangsweite der Anzahlsfülle entspricht allem, was mögliches Wirkliches sein kann.
6.5.3.1.2. Die intensionale Zunahme der Bedeutungsfülle entspricht der wachsenden Anzahl der zu berücksichtigenden negativen Abgrenzungsvergleiche.
6.5.4. Dabei differenzieren sich die Bedeutungen selbst in eine allgemeiner und eine konkreter werdende Linie aus.
6.5.4.1. Bedeutungsangaben von Einzelbedeutungen werden immer konkreter, weil immer präziser bedeutet wird.
6.5.4.2. Bedeutungsangaben von Bedeutungszusammenfassungen werden zugleich immer konkreter und allgemeiner, weil das Ganze jeweils erinnert wird.
6.5.4.2.1. Gedeutete Bedeutungszusammenfassungen werden konkreter im bestimmten Unterschied, sie werden allgemeiner im umfassenden Rückbezug.
6.5.4.2.1.1. Bedeutungsverallgemeinerungen im umfassenden Rückbezug sind sukzessive Wiederherstellungen der Ausgangsallgemeinheit.
6.5.4.3. Wirklichkeitsbedeutungen lassen sich an einem holistischen Anspruch messen, weil jede einzelne mit allen anderen verglichen wird.
6.5.5. Wirklichkeitsanalyse unterscheidet sich definitiv vom Fortgang der Hegelschen Logik durch ihr Seinsverständnis.
6.5.5.1. Seinsbedeutungen sind nicht Reflexionsweisen eines absoluten Geistes, sondern Ausdeutungen Kantischer transzendentaler Grenzbegriffe.

6.6. Wirklichkeitsdefinitionen sind bestimmt identifizierte Wirklichkeitsbedeutungen als Seinsdefinitionen.
6.6.1. Der Ort des Verstehens ist die Wirklichkeit als das Wirkliche, bei dem sich Verstehen und Nichtverstehen die Waage halten.

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7) Alles überhaupt Identische findet seine weitestgehende Beschreibung in Seinsbegriffen.

7.1. Seinsbegriffe fixieren Wirklichkeitsbedeutungen als je etwas bestimmtes Wirkliches in einem konsistenten Sinn.
7.1.1. Seinsbegriffe bestimmen bedeutungsmäßig, was ist, indem sie sich auf das beziehen, was Worten für alle eine feste Bedeutung gibt.
7.1.2. Worte bekommen für alle eine feste Bedeutung, indem ihre intersubjektive Geltung geklärt wird.
7.1.3. Intersubjektive Geltung wird geklärt, indem ein Bedeutungsbezug auf seinen Wirklichkeitsgehalt geprüft wird.
7.1.4. Ein Bedeutungsbezug wird auf seinen Wirklichkeitsgehalt geprüft, indem er als etwas Wirkliches identifiziert wird.
7.1.5. Etwas wird als Wirkliches identifiziert, indem es auf Wirklichkeit bezogen und von anderem Wirklichen bestimmt unterschieden wird.
7.1.5.1. Etwas wird auf Wirklichkeit bezogen, insofern es mit den allgemeinen Wirklichkeitsbedeutungen verglichen wird.
7.1.5.2. Etwas wird von anderem Wirklichen bestimmt unterschieden, indem es seinen entsprechenden Zuordnungsbegriff als Seinsbegriff findet.
7.1.5.3. Etwas findet seinen entsprechenden Zuordnungsbegriff im Sein, indem es sich als direkte Folge einer Wirklichkeitsbedeutung notwendig begreift.
7.1.5.4. Seinsbegriffe können als notwendige Folgen von Wirklichkeitsbedeutung begriffen werden, wenn diese logisch zwingend ausdifferenziert sind.
7.1.5.5. Wirklichkeitsbedeutungen sind logisch zwingend ausdifferenziert als untereinander unvereinbar, zusammen vollständig und konsistent gefolgert.
7.1.6. Seinsbegriffe sind wirklich, aber Wirklichkeit selbst ist kein Seinsbegriff mehr, weil es dafür keine Prämisse gibt.

7.1.6.1. Insofern Begriffe Wirklichkeit als Sein repräsentieren, ist also die Rede von Wirklichkeitsbegriffen metaphorisch.
7.1.6.1.1. Diese Rede ist nur insofern gerechtfertigt, als unsere Wirklichkeitsbedeutungen das konstitutiv verständlich machen, was Wirklichkeit "ist".

7.2. Seinsbegriffe meinen"in Wirklichkeit" das, was etwas bestimmtes Wirkliches als Wirkliches überhaupt ist.
7.2.1. Seinsbegriffe unterscheiden sich von Wirklichkeit als deren genauere Bezeichnung.
7.2.1.1. Als deren genauere Bezeichnung nennen sie Wirklichkeit als je etwas bestimmtes Wirkliches.
7.2.1.2. Sie nennen Wirklichkeit als je etwas bestimmtes Wirkliches, indem sie das Wirkliche als Wirkliches kenntlich machen.
7.2.1.3. Seinsbegriffe machen Wirkliches als Wirkliches kenntlich, indem sie die Wirklichkeitsbedeutungen eines jeden Wirklichen beim Namen nennen.
7.2.2. Seinsbegriffe bezeichnen die Wirklichkeit allgemein und können die konkrete Wirklichkeit auch nur ins Allgemeine übersetzen.
7.2.2.1. Seinsbegriffe repräsentieren die Wirklichkeit nicht, sie erlauben es aber, von ihr in intersubjektiv evidentem Sinn grundsätzlich zu sprechen.
7.2.2.1.1. Insofern handelt es sich bei Seinsbegriffen nicht um einen Selbstzweck, sondern lediglich um Mittel zum Zweck.
7.2.2.1.1.1. Sie entsprechen damit dem, was Max Weber im Kontext der Methodologie der Sozialwissenschaften "Idealtypen" genannt hat.
7.2.2.1.2. Seinsbegriffe sind Hilfsmittel, um uns in der Wirklichkeit grundsätzlich orientieren zu können.
7.2.2.1.2.1. In dieser Funktion aber gibt es für vernünftige Verständigung keinen entsprechenden Ersatz.
7.2.3. Seinsbegriffe leiten sich nicht aus Urteilen ab, sondern entspringen Urteilen über Wirklichkeit.
7.2.3.1. Als Urteile über Wirklichkeit liefern sie der Vernunft die unbedingten Prämissen möglicher Urteilskraft.
7.2.3.1.1. Als unbedingte Prämissen schaffen Seinsbegriffe der Urteilskraft die nötige Distanz zum Wirklichen.
7.2.3.1.1.1. Nötige Distanz durch Seinsbegriffe heißt, durch Wissen um das Allgemeinste dem Konkretesten gerecht werden zu können.

7.3. Seinsbegriffe meinen"in Wahrheit" das, was etwas Wirkliches im bestimmten Unterschied zu anderem Wirklichen bedeutet.
7.3.1. Zur sinngemäßen Unterstellung von Wirklichkeitsbedeutungen bedarf es der Explikation des wörtlich Gemeinten.
7.3.1.1. Wenn der Name "Erfahrung" beispielsweise Wirklichkeit als subjektive Welt meint, kann das Wort "Erfahrung" immer noch vieles bedeuten.
7.3.1.1.1. Es ist zwar gesagt, was subjektive Wirklichkeit heißen soll, aber noch nicht, was dieser Begriff seinerseits bedeutet.
7.3.1.1.2. Wird diese Bedeutung nicht nachgeliefert, kann "subjektive Welt" als Erfahrung umgangssprachlich alles Mögliche genannt werden,
7.3.1.1.3. Damit "subjektive Welt" wahrhaft als Erfahrung nachvollzogen werden kann, muß Erfahrung selbst im Seinsbegriff erscheinen können.
7.3.1.1.3.1. Erst, wenn die Bedeutungen bekannt sind, die Erfahrung zu etwas Wirklichem machen, kann Erfahrung auch in Wahrheit subjektive Welt sein.
7.3.2. Wahrheit eines Seinsbegriffes zeigt sich also noch nicht im Wirklichkeitsbezug überhaupt, sondern erst in seinem eigenen.
7.3.2.1. Am eigenen Wirklichkeitsbezug orientiert, bedarf es keiner besonderen semantischen Metasprache, um Wahrheitsbedingungen zu formulieren.
7.3.2.1.1. Die Bedingungen der Möglichkeit der eigenen Wirklichkeit sind auch die Bedingungen möglicher Wahrheit im Wortgebrauch.
7.3.3. Seinsbegriffe sind keine Kategorien der Wirklichkeit, sondern Explikationen ihrer Bedeutung "in Wahrheit".
7.3.3.1. Seinsbegriffe müssen verfehlt werden, wenn ihre Wahrheitsbedingungen aus semantischen Theorien wie auch immer deduziert werden.
7.3.3.1.1. Mit dem späten Wittgenstein die Bedeutung von "Erfahrung" ihrem Gebrauch in einem Sprachspiel zu überlassen, hieße hier Wahrheitsverzicht.
7.3.3.1.2. Mit den analytischen Semantikern nach Wahrheitskriterien in Metasprachen zu suchen, hieße Verfälschung und wäre vergebliche Liebesmühe.
7.3.3.1.2.1. Mit Quine gar die Wahrheit in Formalisierung zu erledigen, käme im Resultat Heideggers Gleichsetzung von Wahrheit mit Wirklichkeit sehr nahe.

7.4. Wirklichkeit kann "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit" in Seinsbegriffen fortlaufend als etwas Identisches bestimmt werden.
7.4.1. Der Bestimmungsprozeß ist ein semantisch geschlossener Ausdifferenzierungvorgang, der keine äußeren Voraussetzungen nötig hat.
7.4.1.1. Was "in Wirklichkeit" auf Wirklichkeit bezogen ist, ist umgekehrt selbst durch seine eigene Wirklichkeit wahr.
7.4.1.2. Was in Wirklichkeit nicht enthalten ist, gibt es nicht und was wahr ist, zeigt sich von selbst.
7.4.1.2.1. Es gibt in ihm keine Seinsbegriffe , die "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit" unbestimmt bleiben müssten.
7.4.1.2.2. Es gibt in ihm keine Basis, von der her Bedeutungen sich verorten lassen müßten.
7.4.1.3. Der Bestimmungsvorgang ist ein Kreisprozeß, bei dem Bedeutungen sich reproduzieren, indem sie sich immer wieder neu auf Wahrheit beziehen.
7.4.1.4. Im Bestimmungsprozeß wird immer genauer angegeben, was Wirklichkeit als je etwas Wirkliches "in Wahrheit" ist.
7.4.2. Seinsbegriffe lassen sich "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit" auf keine einseitige Beschreibungsmethode mehr festlegen.
7.4.2.1. Seinsbestimmung ist analytisch, insofern alle Bedeutungsangaben logisch ableitbar sind.
7.4.2.2. Sie ist phänomenal, insofern Wirklichkeit als je "etwas Wirkliches" beschrieben wird.
7.4.2.3. Sie ist empirisch, insofern die Bedeutungsangaben situationsunabhängige Geltung haben.
7.4.2.4. Sie ist semantisch, insofern die Bedeutungsangaben unverwechselbaren Namen entsprechen müssen.
7.4.2.5. Sie ist dialektisch, insofern Einzelbedeutungen synthetisch in Einheitsbedeutungen überführt werden.
7.4.2.6. Sie ist als umfassender Bestimmungsrahmen transzendental, insofern alle Bedeutungen bedingte Wirklichkeitsidentifikationen sind.
7.4.2.6.1. Alle Seinsbegriffe entsprechen der Bedingung der Möglichkeit von Wirklichkeit als je etwas Wirkliches.

7.5. Die Bedeutungspräzion der Wirklichkeit nennt immer genauer ihre Unhintergehbarkeit beim Namen..
7.5.1. Das System ist deduktiv geschlossen und semantisch offen.
7.5.2. Die Strukturierung des Systems erfolgt über hierarchische Bedeutungsebenen.
7.5.2.1. Die bedeutungsmäßige Systemeinheit läuft dabei über synthetische Begriffe, in denen sich das Ganze sukzessiv spiegelt.
7.5.3. Als Systemelemente lassen sich Begriffsbilder von je etwas bestimmtem Wirklichen isoliert darstellen.
7.5.3.1. Die Begriffsbilder enthalten alles, was einen Seinsbegriff "in Wirklichkeit" wahr macht.
7.5.3.1.1. Ihre Gesamtnummerierung nennt den Platz "in Wirklichkeit" und die zweistufige Ausdifferenzierung die zusätzlichen Wahrheitsangaben.
7.6. Die Systematik der Seinsbegriffe ist ein System der Seinswirklichkeit, das je etwas Wirkliches definiert.
7.6.1. Systematische Seinswirklichkeit ist mit Kant transzendental und läßt sich mit Hegel dialektisch darstellen.
7.6.1.1. Die Bedeutungsanalyse der Begriffsumfänge orientiert sich an dem transzendentalen Begriffsverständnis Kants.
7.6.1.2. Die Bedeutungspräzisierung der Begriffsinhalte entspricht ungefähr der Methode der Hegelschen Logik.
7.6.1.2.1. Mit dem wichtigen Unterschied allerdings, daß sich die Wahrheit analytisch ergibt und nicht dialektisch einem Reflexionsgeschehen entstammt.
7.6.1.2.2. Der weiteste und leerste Begriff wird in fortlaufender Sinnbestimmung gefüllt.
7.6.2. Dem System der Seinsbegriffe gelingt es also, Kants Transzendentalphilsosphie zu dynamisieren und Hegels Logik zu entideologisieren.
7.6.2.1 Wirklichkeit als Sein meint alles zusammen, was Sein begrifflich immer genauer bedeuten kann.
7.6.2.2. Sein, Sosein, Seiendes, Dasein, Transrealität, Transzendenz, Transintelligibilität, Mystereium, Paradox.

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8) Seinsdefinitionen nennen das "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit" Identische beim Namen.

8.1. Wirklichkeitsdefinition nennt Wirklichkeit als je etwas bestimmt unterschiedenes Wirkliches.
8.1.1. Bestimmtes Wirkliches ist einmalig und bezieht sich eindeutig auf Wirklichkeit.

8.2. Bestimmt unterschiedenes Wirkliches muß den Bedeutungsanforderungen von Wirklichkeit genügen.
8.2.1. Bedeutungsanforderungen von Wirklichkeit sind die Bedeutungen, die Wirklichkeit hat.

8.3. Um Wirkliches bedeuten zu können, muß jedes Wirkliche die Bedeutungen von Wirklichkeit reproduzieren.
8.3.1. Die Reproduktion von Wirklichkeitsbedeutungen ist an entsprechende Bedeutungsebenen gebunden.
8.3.1.1. Sie wiederholt demnach den Sinn von Wirklichkeit auf jeweils metasprachlicher Basis.
8.3.1.2. Die Reproduktion von Wirklichkeitsbedeutungen entspricht analytisch einer Bedeutungspräzisierung.
8.3.2. Um Wirkliches bestimmt reproduzieren zu können, müssen Wirklichkeitsbedeutungen Begriffe sein.
8.3.2.1. Um Begriffe der Wirklichkeit sein zu können, müssen Wirklichkeitsbedeutungen vollständig sein.
8.3.2.2. Wirklichkeitsbedeutungen sind vollständig, wenn sie alle Merkmale von "Wirklichkeit" enthalten.
8.3.2.3. Vollständigkeit verlangt, daß Welt, Ereignis, Subjekt und Intersubjektivität ihre Entsprechung finden.
8.3.2.4. Entsprechungen sind vollständig in drei Bedeutungsspieglungen und einer Selbstspiegelung.
8.3.2.5. Die Vollständigkeit eines Wirklichkeitsbegriffes repräsentiert ihre synthetische Zusamenfassung.
8.3.2.6. Vollständig bedeuteter Wirklichkeitsbegriff besteht also aus Fremd-, Selbst- und Gesamtspiegelung.

8.4. Die Bedeutung von Wirklichkeit reproduziert sich "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit".
8.4.1. Etwas Wirkliches meint "in Wirklichkeit" das, was es von Wirklichkeit selbst genau unterschieden ist.
8.4.2. Etwas Wirkliches meint "in Wahrheit" das, was es selbst von anderem Wirklichen unterschieden ist.
8.4.3. Etwas ist "in Wirklichkeit" und "in Wahrheit", was es als Wirkliches im bestimmten Unterschied bedeutet.

8.5. Etwas ist "in Wirklichkeit" das, was die ganze Wirklichkeit dann wäre, wenn es nur seine Definition gäbe
8.5.1. "Erfahrung" wäre z.B. die ganze Wirklichkeit, wenn es nur "subjektive Welt" gäbe.
8.5.2. Etwas ist "in Wahrheit" das, was alles Wirkliche ausmachen würde, stünde es für die ganze Wirklichkeit.
8.5.2.1. Sinnlichkeit, Wahrnehmung, Gegenstand, Erleben, zusammen als Erkenntnis, wären die ganze Wirklichkeit, wenn diese nur Erfahrung wäre.
8.3. Alle bisherige Wirklichkeitsdefinition geht von bedingten, nicht von unbedingten Voraussetzungen aus.

Seinsganzheit,Kreis, Seinsbild.

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9) Seinsbegriffe bilden ein offenes System bedeutungsmäßiger Selbstähnlichkeiten.

9.1. Wirklichkeit im Seinssystem zusammengefaßt meint ihre Explikation als jeweils etwas Wirkliches.
9.1.1. Wirklichkeit erfährt in diesem System ihre Identität als je etwas Wirkliches im überhaupt allgemeinsten Sinn.
9.1.2. Die Identität von je etwas Wirklichem bezieht sich dabei auf die jeweiligen Minimalbedeutungen, um wirklich sein zu können.

9.2. Als jeweils Wirkliches hat Wirklichkeit nur fünf erschöpfende Bedeutungen.
9.2.1. Diese Zahl ist reflexives Resultat und keine Setzung. Die fünfte Wirklichkeitsbedeutung ist allerdings eine Synthese der vier.
9.2.2. In der Antike dominierte die Zahl "Vier", wobei gelegentlich, wie bei Platon, auch die Synthese als fünfte Zahl hinzukam.
9.2.3. Seit dem Christentum dominierte die Zahl "Drei" der Trinität wegen, die dialektisch ein langes Weiterleben hatte.
9.2.4. Die Zahl "Sieben" von Karl Jaspers' Umgreifendem läßt sich logisch auf die Zahl "Vier" bzw "Fünf" zurückführen.
9.3. Diese Bedeutungen sind ihrerseits wahr, wenn sie den Bedeutungen von Wirklichkeit gerecht werden.
9.3.1. Die Wahrheit der fünf Bedeutungen entspricht den fünf Bedeutungen, die Wahrheit überhaupt haben kann.
9.3.1.1. Wahrheit ist a) immer eine Richtigkeit von Aussagen, b) eine Übereinstimmung der Aussagen mit dem Gegenstand, c) eine Evidenz dieser Übereinstimmung, d) eine Wahrhaftigkeit der Wiedergabe dieser Übereinstimmung und zusammenfassend e) das Unbedingte, als das sich all dies zeigt.
9.3.1.1.1. Wirklichkeit muß insofern immer wahr sein können als a) intersubjektive Übereinstimmung, b) weltliche Ausgewiesenheit, c) ereignishaftes Zutreffen, d) Ehrlichkeit des Berichtes und e) Unableitbarkeit ihrer selbst.
9.3.1.1.2. Wahre Wirklichkeit muß also intersubjektive Wirklichkeit sein, Welt, die ausgewiesen wird, Ereignis, das protokolliert wird, Subjektivität, die dafür bürgt und schließlich zusammenfassend sie selbst in ihrer Unhintergehbarkeit, das wir "Sein" nennen.

9.4. Wahre Wirklichkeitsbedeutungen ergeben Wirklichkeitsbegriffe.
9.4.1. Wirklichkeitsbegriffe sind Wirklichkeitsbedeutungen, deren sämtliche Wahrheitsbedingungen angegeben sind.
9.4.1.1. Sämtliche Wahrheitsbedingungen sind angegeben, wenn alles genannt wird, um eine Wirklichkeitsbedeutung eindeutig identifizieren zu können.
9.4.1.1.2. Eine Wirklichkeitsbedeutung ist eindeutig identifiziert, wenn ihre Unvergleichlichkeit mit alternativen Wirklichkeitsbedeutungen evident ist.
9.5. Wirklichkeitsbegriffe lassen sich als jeweilige Bedeutung von Wirklichkeit logisch deduzieren.
9.5.1. Alles Wirkliche, das seinem Begriff gerecht wird, muß die Bedeutungsvoraussetzungen von "Wirklichkeit" erfüllen.
9.5.1.1. Alles Wirkliche, das mithin mit sich identisch ist, läßt sich an seinen jeweiligen Bedeutungsvoraussetzungen von Wirklichkeit messen.
9.5.1.2. Wirkliches läßt sich an seinen Bedeutungsvoraussetzungen messen, wenn nichts anderes Wirkliches mit ihnen konkurriert.
9.5.1.2.1. Mit Wirklichem konkurriert nichts anderes Wirkliches, wenn es keine Namens- und Bedeutungsangabengemeinsamkeiten gibt.

9.6. Die logische Deduktion von Wirklichkeitsbegriffen ergibt eine Hierarchie von Bedeutungsebenen.
9.6.1. Bedeutungsebenen bedeuten nichts anderes als Schichten zusätzlicher Bedeutungsangaben.
9.6.1.2. Schichten zusätzlicher Bedeutungsangaben lassen sich fortlaufend erstellen, um zu sagen, was gemeint ist.
9.6.3. Die Bedeutungsebenen sagen immer genauer, was mit der weitesten, deshalb aber auch bedeutungsmäßig leersten Bedeutung, eigentlich gemeint ist.
9.6.3.1. Bedeutungsebenen beziehen sich deshalb auf einen immer enger werdenden Wirklichkeitsbereich extensional: Bedeutungen werden spezialisiert.
9.6.3.2. Zugleich repräsentieren Bedeutungsbenen einen immer umfassenderen Bedeutungsgehalt intensional: Die Vergleichsbestimmungen nehmen zu.
9.7. Die Bedeutungsebenen der Wirklichkeit sind sinnhaft durch jeweilige Bedeutungssynthesen verbunden.
9.7.1. Die Bedeutungssynthesen vermitteln jeden Einzelbegriff mit dem Zentralbegriff, dem Sein, und umgekehrt.
9.7.1.1. Die Vermittlung besteht in einer bedeutungsmäßigen Zusammenfassung, die jedem Wirklichkeitsbegriff "in Wahrheit" zukommt.
9.7.1.2. Die Vermittlung besteht darüber hinaus in einer Verbindung aller bedeutungsmäßigen Zusammenfassungen.
9.7.1.2.1. Indem Wirklichkeitsbedeutung im Sein zusammengefaßt wird, muß alles Wirkliche etwas als Sein sein.
9.7.1.2.2. Indem alles Wirkliche etwas als Sein ist, muß auch das Sein als etwas Wirkliches sein, wenn es nicht nichts sein will.
9.7.1.2.3. Insofern Wirklichkeit als etwas Wirkliches zusammengefaßt immer noch Sein ist, so sehr ist das damit gemeinte Sein seinerseits als zusammengefaßtes Wirkliches auch noch etwas bestimmtes Wirkliches, wenn es "in Wahrheit" bestimmbar sein soll.
9.7.1.3. Die bedeutungsmäßigen Zusammenfassungen spiegeln sich wechselseitig und lassen sich so ineinander transformieren.
9.7.1.3.1. Transformiert wird z.B. die Welt in das Sein als ihre Zusammenfassung in "Schöpfung". Transformiert wird umgekehrt das Sein in die Welt als die Realität, die das ist, was Welt "ist".

9.8. Wirklichkeitsbegriffe sind Ausdifferenzierungen von "Wirklichkeit", die irgendwann ihre Relevanz verlieren.
9.8.1. Die Bedeutungsbasis der Ausdifferenzierung mißt sich an den entsprechenden Sinninformationen.
9.8.1.1. Sie gründet nicht in "etwas Wirklichem", das auch anders sein könnte oder begründet werden müßte.
9.8.1.2. Sie bezieht ihre Geltung und Tragweite allein von dem Sinn, der sich in der Ausdifferenzierung ergibt.
9.9. Bisherige Analytische Philosophie scheitert an der Basisfrage, weil der Wirklichkeitsbezug verfehlt wird..
9.9.1. Abwechselnd wurde immer wieder eine Basis entweder nur im Weltlichen, oder nur im Ereignishaften, Intersubjektiven oder Subjektiven gesucht.
9.9.1.1. Repräsentativ dafür stehen in dieser Reihenfolge a) gegenständliche Prädikatbeschreibungen, b) beobachtbare Protokollsätze, c) nichtfalsifizierbare formale Konstanten und d) sinnliche Erlebnisdaten.
9.9.2. Scheitern mußte auch die holistische Alternative Quines und Davidsons, weil damit Relativismus unvermeidlich wird.

Systemgrenzen

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10) Wirklichkeit im Seinssystem ist nur als intersubjektives Sosein etwas Wirkliches.

10.1. Wirklichkeit als Sein und identifizierbares Wirkliches meint das, was für alle gilt.
10.1.1. Wirklichkeit, die nur für mich gilt, muß nicht unbedingt als Sein identifizierbar sein.
10.1.2. Wirklichkeit, die nur Welt meint, macht sich auch unidentifiziert von sich selbst her bemerkbar.
10.1.3. Wirklichkeit, die sich nur ereignet, geht auch unidentifiziert ihren Gang.
10.1.4. Wirklichkeit, die als Sein interpretiert wird, übersteigt auch die intersubjektive Evidenz möglicher Identifizierbarkeit.
10.1.4.1. Wenn es um die Identifikation des Seins als Sinn und Ganzes geht, hört Wirklichkeit auf, als etwas Bestimmtes vorausgesetzt werden zu können.

10.2. Der intersubjektive Zugang zur Wirklichkeit ist nur ein Zugang unter anderen.
10.2.1. Die subjektive Erfahrungs- und Erlebniswelt ist immer privat und kann intersubjektiv nur verglichen und verallgemeinert werden.
10.2.2.1. Auch das subjektive Erfahren und Erleben strebt nach intersubjektiver Geltung, ist dafür aber niemals die letzte Instanz.
10.2.2. Wirklichkeit als Welt kann intersubjektiv nicht deduziert werden, eröffnet sich allein für die Forschung.
10.2.2.1. Auch die Forschung sucht intersubjektives Wissen über Welt als Realität, kann dieses aber nur sichern, nicht erzeugen.
10.2.3. Wirklichkeit als Ereignis kann intersubjektiv nicht vorausbestimmt und rückwirkend nicht neubestimmt werden.
10.2.3.1. Auch ereignishafte Orientierung sucht intersubjektiven Konsens, muß diesen aber permanent im Wandel der Zeit erneuern.
10.2.4. Wirklichkeit als Seinsinterpretation ist immer voraussetzungsreich und kann intersubjektiv nie zureichend verifiziert werden.
10.2.4.1. Auch Metaphysik, Transzendieren usw. versuchen, intersubjektiven Ansprüchen gerecht zu werden, kann diese aber nicht mehr bedingt einlösen.

10.3. Der intersubjektive Zugang zur Wirklichkeit allein erlaubt nur zu klären, nicht zu erfahren, zu erklären, zu verstehen oder zu entscheiden.
10.3.1. Wirklichkeit zeigt sich im reinen intersubjektiven Zugang allein als sprachlicher Konsens, logisches Denken, theoretische Objektivität, faktische Unumgänglichkeit und in seiner eigenen paradigmatischen Begrenztheit.
10.3.1.1. Intersubjektivität als nichts als sie selbst ist das, was kommunikativ sinnhaft als evident gemeinsam oder universal unterstellt wird.
10.3.1.1.1. Alle so als sprachlich sich zeigende Wirklichkeit ist nur repräsentativ und bezieht ihre Inhalte von woanders.
10.3.1.1.2. Der sogenannte "linguistic turn" der modernen Analytischen Philosophie verfehlte deswegen vom Ansatz her Wirklichkeit.
10.3.1.2. Intersubjektivität als die Allgemeingültigkeit des Denkens ist die Welt der reinen formalen Logik und Mathematik, die nur Bedingungszusammenhänge enthält, nichts Unbedingtes oder Faktisches.
10.3.1.2.1. Alle sich so als logische Gewißheit repräsentierende Wirklichkeit ist nur gegenständlich abstraktes, kein konkretes Sein.
10.3.1.2.2. Die sogenannte logistische Wende seit Frege zu einem "Dritten Reich" gültiger Wahrheiten war eine Abwendung von der Wirklichkeit.
10.3.1.2.2.1. Von dieser Fehlsteuerung im Anfang hat sich die "Analytische Philosophie" seit Bertrand Russell bis heute noch nicht ganz erholt.
10.3.1.3. Intersubjektivität als theoretische Objektivität ist die Welt der gegenständlichen Bedingtheiten und der kontrollierbaren Realität, in der Unbedingtheiten nicht vorkommen und Eventualitäten berechenbar bleiben
.
10.3.1.3.1. Alle so als objektive Realität gegebene Wirklichkeit ist nur Sein unter theoretischen Gesichtspunkten und gesetzlichen Rahmenbedingungen, nicht das Sein, wie es an und für sich gegeben ist.
10.3.1.3.2. Die sogenannte Wissenschaftslogik seit Carnap hatte immer nur Erklärungsmethoden in der Welt, niemals die Klärung der Welt im Auge.
10.3.1.3.3. Auch der sogenannte Kritische Rationalismus Karl Poppers ist gescheitert, weil er immer noch Philosophie mit Wissenschaftslogik verwechselte.
10.3.1.4. Intersubjektivität als faktische Unumgänglichkeit ist die Welt der notwendigen Gegebenheit und gegebenen Notwendigkeiten, die hingenommen werden muß und nicht manipulierbar ist.
10.3.1.4.1. Alle so als unveränderlich Vorgegebenes erscheinende Wirklichkeit ist nur relevant unter ganz bestimmten Problem- und Fragestellungen und keineswegs umgekehrt konstitutiv für diese.
10.3.1.4.2. Die Orientierung von Wittgensteins Tractatus an Sachverhalten war eine Verwechslung der Wirklichkeit mit Faktizität.
10.3.1.4.3. Die sogenannte "wissenschaftliche Philosophie" des Logischen Empirismus hat diesen Fehler nie zu korrigieren vermocht.
10.3.1.5. Intersubjektivität im paradigmatischen Grenzbewußtsein meint den unverfügbaren Horizont, innerhalb dessen sich Intersubjektivität bildet und wandelt. Von ihm her ist Intersubjektivität in allen ihren Momenten zusammengenommen selbst vorläufig.
10.3.1.5.1. Alle so paradigmatich begrenzte Wirklichkeit ist endliche Wirklichkeit, die dem Unendlichen nur ausschnitthaft gewachsen ist.
10.3.1.5.2. Die sogenannte paradigmatische Wende Martin Heideggers zum Seinsdenken bedenkt das paradigmatische Seinsbewußtsein, ignoriert aber dessen Konsequenzen für Intersubjektivität: Statt Intersubjektivität der Grenzen suchte es die Grenzen der Intersubjektivität zu explizieren.
10.3.1.5.3. Auch im Anschluß an ihn hat die Postmoderne der Intersubjektivität überhaupt den Abschied gegeben und damit gleich mitverabschiedet, was allein intersubjektives Wissen leisten kann: Zwingende Gewißheit.

10.4. Der intersubjektive Zugang zur Wirklichkeit erfaßt diese nur in seinem eigenen Medium, von woher andere Zugänge simuliert werden müssen.
10.4.1. Das Medium der Intersubjektivität ist das Sein, das "ist", weil es für alle sein will.
10.4.2. Das Sein, das "ist", ist als das bestimmte Sein das unterschiedene Sein, das Sosein.
10.4.3. Im Sosein, das "in Wahrheit" Seiendes meint, wird dieses im allgemeinen Begriff erfaßt, nicht als einzelnes Vorkommen.
10.4.4.1. Intersubjektive Unterscheidungen des Soseins lassen Seiendes zwar als etwas so und so seiendes so sein,
lassen sich selbst aber nicht in Seiendes transformieren: Begriffe sind immer Allgemeinbegriffe, niemals konkret Seiendes.
10.4.4.1.1. Im intersubjektiven Zugang zur Wirklichkeit als Bedeutungsanalyse bleibt beispielsweise ein bestimmter Mensch immer ein Mensch als Sosein mit bestimmten Eigenschaften, kann kein individuelles Seiendes werden mit unendlich möglichen Eigenschaften.
10.4.5. Der intersubjektive Zugang zum Seienden jenseits seiner Zuordnung als Sosein erfolgt über die Sicherung von Fakten und Daten, nicht mehr über die deduktive Explikation von Begriffen.
10.4.5.1.
Desgleichen erfolgt der intersubjektive Zugang zum Dasein über die Eigenerfahrung der Subjekte, zur Transrealität über deren negative Grenzerfahrungen, zur Transzendenz über deren positive Grenzerfahrungen usw.
10.4.6. Der intersubjektive Zugang zur Wirklichkeit ist also in einer doppelten Weise seinsbegrenzt: Begriffliche Zuordnung ist nur im Medium des Soseins möglich, alle Verifikationsmöglichkeiten sind an das Dasein gebunden, in dem sowohl
die Begriffsbedeutungen expliziert werden als auch die Begriffsbezüge begegnen können.

1o.5. Der intersubjektive Zugang zur Wirklichkeit ist unverzichtbar als Orientierungswissen, wirklichkeitsfremd, wenn er verabsolutiert wird.
10.5.1. Heute wie in der Vergangenheit erleben wir allenthalben entweder den irrationalen Verzicht, oder das rationalisierende Mißverständnis.
10.5.2. Weil die Philosophie weitgehend entweder auf Rationalität verzichtet oder sie verabsolutiert, ist sie weiterhin öffentlichkeitsunfähig.
10.5.2.1. Im Resultat haben wir heute a) eine Gesellschaft, in der nur noch Wirtschaft, Bürokraten und Technokraten, von Philosphen verlassen, dominieren.
10.5.2.2. Wir haben weiter b) eine Kultur, in der"anything goes" und keine Maßstäbe mehr gelten, deswegen die medialen Manipulationen zunehmen.
10.5.2.3. Wir haben c) ein Verständnis von den letzten Dingen, das nur noch Fundamentalismus oder Indifferentismus produziert, nichts mehr dazwischen.
10.5.2.4. Wir haben d) eine Bildungswelt, in der nur noch bürokratische Strukturen, Schultraditionen und medial gesponserte Autoritäten gelten.
10.5.2.5. Wir haben e) eine öffentliche Argumentationskultur, in der zeitbedingte Moden, aber keine philosophischen Argumente mehr zählen.
10.5.3. Wir leben zusammenfassend heute in einer Welt, in der es keine Gesamtorientierung mehr begründet gibt, weil die Philosophen versagt haben.
10.5.3.1. Die Philosophen haben versagt, weil sie a) meinten, den Wissenschaften nur hinterherlaufen zu müssen, statt sie zu hinterfragen.
10.5.3.2. Die Philosophen haben versagt, weil sie b) nach dem erwiesenen Scheitern dieses Programmes die Beliebigkeit zum Allheilmittel ausriefen.
10.5.3.3.. Die Philosophen haben versagt, weil sie bei diesem Programm alle grundsätzlichen Fragen für den Markt offen gelassen haben.
10.5.3.4. Die Philosophen haben versagt, weil sie e), statt radikaler Selbskritik radikalen Rückzug in das Schneckenhaus von Schulphilosophien betrieben.
10.5.3..5. Die Philosophen haben versagt, weil sie sich dem Ganzen der Wirklichkeit weder in der Theorie noch in der Praxis stellen.
10.5.4. Es kann deswegen nicht verwundern, wenn Philosophie in der Öffentlichkeit nicht mehr vorkommt, dort nur noch eine Metapher für "Tiefsinn" ist.
10.5.4.1. Dieses Versagen dokumentiert ein Vergleich der politischen Autorität eines Karl Jaspers mit der eines Jürgen Habermas.
10.5.4.1.1. Während Karl Jaspers' "Wohin treibt die Bunderepublik" ab 1966 zwei Jahre Bestseller war, goutieren Habermas politisch nur Intellektuelle.

Letztinterpretation

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Dem Folgenden entnehmen sie zur Möglichkeit des Vergleiches Namen, mit denen bekannte Philosophen ihrerseits sinngemäß das benannten, was hier Wirklichkeit heißt.

Andere (exemplarische) Wirklichkeitsbezeichnungen:

Theodor W. Adorno: Das Nichtidentische (für das Negieren)

Anselm von Canterbury: "Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann" (für Vernunft)

Aristoteles: Physis=Natur (für nous=Geist)

Augustinus: Deus trinitatis=Dreieiniger Gott, (für die dreieinige Seele)

Francis Bacon: Schöpfungsgeheimnis (für Lernen)

Ernst Bloch: Das Nochnicht-Sein (für utopisches Bewußtsein)

Ernst Cassirer: Kultur (für Verstehen)

Auguste Comte: Naturgesetze (für Wissenschaft)

Donald Davidson: Sprachspiele (für Interpretationen)

René Descartes: Res ultima (für res cogitans)

Denis Diderot: Sinnliche Natur (für Naturwesen)

Wilhelm Dilthey: Lebenswelt (für Verstehen)

Meister Eckhart: Sein in Gott (für Seinsmitteilung)

Epikur: Atome (für Empfindungen)

Johannes Eriugena: Daß-Sein (für ebenbildliche Kreatur)

Johann Gottlieb Fichte: Das Ich (für Selbstreflexion)

Gottlob Frege: Objektive Welt (für Wahrheitswillen)

Hans Georg Gadamer: Text (für Horizont)

Johann Wolfgang von Goethe: Natur (für Geist)

Jürgen Habermas: Wahrheit (für Kommunikation)

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Geist (für Reflexion)

Martin Heidegger: Sein des Seienden (für Dasein).

Thomas Hobbes: Schöpfungsmaschine (für Freiheit)

David Hume: Sinnlichkeit (für Erfahrung)

Edmund Husserl: Phänomenalität (für Erleben)

Karl Jaspers: Umgreifendes (für Vernunft), Transzendenz (für Existenz).

Immanuel Kant: Ding an sich (für den Verstand), Realität (für das Dasein), Natur (für die urteilende Vernunft)

Sören Kierkegaard: Existenz (für selbstreflektiertes Gewissen)

Hermann Krings: Wirkliche Transzendenz (für wirkliches Erkennen)

Thomas S. Kuhn: Paradigmen (für historische Weltbilder)

Gottfried Wilhelm Leibniz: Monade (für Monade)

John Locke: Naturwelt (für Urteilswelt)

Konrad Lorenz: Außenwelt (für ratiomorphen Apparat)

Niklas Luhmann: Systemwelt (für Außenbeobachter)

Jean-Francois Lyotard: Le Différend=der Widerstreit (für Satzbildung)

Ernst Mach: Sinnesdaten (für Wahrnehmung)

Karl Marx: Gesellschaft (für geschichtliches Bewußtsein)

Marvin Minsky: Information (für Gehirn)

Friedrich Nietzsche: Lebenswille (für ästhetisches Wollen)

Nikolaus von Kues: Die absolute Einheit, die keinen Gegensatz hat als das absolut Größte (für endliches Transzendieren)

Paulus: Jesus Christus (für Glauben)

Platon: To on=Sein (für psyche)

Plotin: To hen (Eines) (für Geist)

Karl R. Popper: Realität (für Theorie)

Heinrich Rickert: Das Geltende (für Kulturwesen)

Jean Jaque Rousseau: Weltnatur (für Individuum)

Betrand Russell: Welt, (für die Erkenntnis)

Friedrich Georg Schelling: Geistige Natur (für spekulatives Bewußtsein)

Arthur Schopenhauer: Willensleben (für Verstand)

John Searle: Erscheinungshaftigkeit (für intentionales Bewußtsein)

Seneca: Naturnotwendigkeit (für Schicksal)

Baruch de Spinoza: Natura naturans (für natura naturata)

Thomas von Aquin: Schöpfung (für Geschöpf)

Ludwig Wittgenstein: sprachliche Wirklichkeit (für Denken)

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Letzte Änderung dieser Seite: 11.04.2004